Wirkungsorientierte Verwaltungsführung - WoV
(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de, Version 1.2
| Das ist neu: | |
| Stand in der Schweiz | |
| Inhalt | |
| Definition | |
| Weiteres | |
| Stand in der Schweiz | |
| Quellen | |
1 Definition
Schweizer und österreichische Variante des Neuen Steuerungsmodells, dort auch "New Public Management" genannt. Besonderes Kennzeichen der Schweizer Konzeption ist die Neugestaltung des Verhältnisses zwischen Politik und Verwaltung auf der Grundlage entsprechender Regeln der Verfassung. Das Parlament steuert strategisch durch Vorgabe von Wirkungszielen für einen Zeitraum von mehreren (vier) Jahren und Bewilligung eines Globalbudgets (siehe zur Reformkonzeption des Bundes "Führen mit Leistungsauftrag und Globalbudget - FLAG", interne Quelle im Online-Archiv).
2 Weitere Informationen
2.1 Rechenschaftslegung
Zur WoV gehört aber auch die Rechenschaftslegung über die Erreichung der Wirkungs-, Leistungs- und Finanzziele, in der Schweiz auf Bundesebene verfassungsrechtlich verankert durch die Verpflichtung in Art. 170 der Bundesverfassung, Massnahmen des Bundes auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Die Rechenschaftslegung erfolgt u. a.
- in der Schweiz
- auf Bundesebene durch die Planung und Geschäftsberichterstattung des Bundesrates,
- z. B. im Kanton Zürich durch die Konsolidierte Entwicklungs- und Finanzplanung KEF,
- weitere Quellen,
- in Österreich z. B. auf Bundesebene durch jährliche Leistungsberichte, siehe den Leistungsbericht 2004 sowie die weiteren Quellen.
2.2 Stand der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung in der Schweiz
Zum Stand der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung in der Schweiz siehe
- im Beitrag Neue Verwaltungsführung / NPM/NSM/WOV,
- Martin Heimgartner / Andreas Dietrich: Wirkungsorientierte Verwaltungsführung in den Schweizer Kantonen. Gegenwärtiger Stand (18. Dezember 2008). Online-Quelle
- Proeller, Isabella: Wirkungsorientierung - Vision oder Utopie der schweizerischen Verwaltungsmodernisierung. In: Birkholz / Maaß / von Maravic / Siebart (Hrsg.): Public Management – Eine neue Generation in Wissenschaft und Praxis. Festschrift für Christoph Reichard. Potsdam 2006, S. 153-169. Online-Quelle am 13.09.2007
Zusammenfassend führt Proeller aus (S. 167, Formatierung geändert):
Vergleicht man die Steuerungsmechanismen in der Schweiz heute mit jenen vor zehn Jahren, so kann festgehalten werden, dass Wirkungsorientierte Verwaltungsführung heute zu einem festen Bestandteil der Schweizerischen Verwaltungslandschaft geworden ist, welche neben traditioneller Verwaltungssteuerung in der ganzen Schweiz zu finden ist.
Die vertiefte Analyse der verfügbaren Steuerungsinformationen hat aber deutlich gemacht, dass die Qualität der verfügbaren Informationen den Anforderungen der Wirkungsorientierung und einer ergebnisorientierten Steuerung nur partiell entspricht und Entwicklungspotenzial aufweist. Die Vision der Wirkungsorientierten Steuerung ist in dieser Hinsicht noch nicht erreicht. Dennoch zeigen die Bemühungen und Ergebnisse der vergangenen Reformjahre, ebenso wie auch die internationalen Erfahrungen einerseits, dass Wirkungsinformationen im Steuerungsprozess von zentraler Bedeutung sind. Andererseits zeigt sich auch, dass der Aufbau dieser Informationen einen langwierigen Entwicklungs- und Lernprozess darstellt.
Die Herausforderung der nächsten Jahre und ein Erfolgsfaktor für die Nachhaltigkeit der bisherigen Bemühungen besteht darin, die Vision weiter zu verfolgen und Wirkungsorientierung nicht zur Utopie werden zu lassen.
3 Quellen / Links
Siehe im Beitrag Neue Verwaltungsführung / NPM/NSM/WOV
2009-12-18