Online-Verwaltungslexikon
EAPAA Online-Verwaltungslexikon - zurück
European Association for Public Administration Accreditation: ein Zusammenschluss von europäischen Hochschulen zur Akkreditierung von Studiengängen bzw. Studienprogrammen im "Public Management". Damit sollen Qualität der Studienprogramme und die wechselseitige Anerkennung von Studienleistungen erleichtert werden - entsprechend den Zielsetzungen des Bologna-Prozesses. EAPAA-Website

EBIT
"earnings before interest and taxes", operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern, eine Finanzkennzahl für den operativen Erfolg. Sie ermöglicht Vergleiche der - gewöhnlichen - Ertragskraft unabhängig davon, wie Aktivitäten finanziert worden sind und ohne Verzerrungen durch die Steuerbelastung. Siehe im übrigen generell die Hinweise zu Kennzahlen, zur relativen Bedeutung von Finanzkennzahlen das Thema Balanced Scorecard.

EBITDA
"earnings before interest, taxes, depreciation and amortization", Erträge aus dem operativen Geschäft ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und zusätzlich zu EBIT auch ohne Abschreibungen. Eine Finanzkennzahl für den operativen Erfolg, wie er sich ohne Berücksichtigung des Anlage- und Finanzvermögens darstellt. Diese Kennzahl berenigt also z. B. um Einmaleffekte wie Abschreibungen auf übernommene Unternehmen, bei denen sich nach der Übernahme eine unter Umständen erhebliche Wertveränderung herausstellt (falsch eingeschätzter Wert des Unternehmens, Verluste durch nicht gelungene Sanierungsmaßnahmen usw.). Im Normalfall dagegen ist diese Finanzkennzahl weniger aussagekräft, da Anlagevermögen notwendig und damit auch die Entwicklung des Wertes des Anlagevermögens für die Einschätzung des Unternehmens unverzichtbar ist. Siehe im übrigen generell die Hinweise zu Kennzahlen, zur relativen Bedeutung von Finanzkennzahlen das Thema Balanced Scorecard.

EDV
elektronische Datenverarbeitung; heute IT (Informationstechnik), früher auch ADV (automatisierte DV) genannt.

Online-Verwaltungslexikon olev.de
©  B. Krems - 2014-11-16

Effektivität (engl.: effectiveness)
Ergebnisse (im Unterschied zu Effizienz: Mittel und Wege), Zweckerreichung, Wirksamkeit, bzw. das Ausmaß der Erreichung der angestrebten Ziele/Zwecke/Wirkungen/Ergebnisse, d. h. das Ausmaß, in dem die Leistungen der Verwaltung (Output) die gewünschten bzw. geplanten Wirkungen (Outcome) erreichen (zum Zusammenhang siehe das Systemmodell). Vereinfacht geht es um die Frage "Tun wir richtigen Dinge" (Peter Drucker). Zum Teil abweichend (allgemeiner) formuliert ISO 9000:2005: "Ausmaß, in dem geplante Tätigkeiten verwirklicht und geplante Ergebnisse erreicht werden" (ISO 9000:2005 Nr. 3.2.14).

Effektivität ist deshalb in Politik und Verwaltung wichtiger als Effizienz oder Wirtschaftlichkeit. Denn: effizient in die falsche Richtung zu rudern führt nie zum Ziel, Effizienzsteigerung bringt keine besseren Ergebnisse. Siehe auch Wirkungsrechnung, Controlling sowie die ... Mehr ...

Effektivität =
"Die richtigen Dinge tun"

Effizienz =
"Die Dinge
richtig tun"

(Peter F. Drucker)

Effizienz (engl.: efficiency)
Verhältnis Input zu Output, der Leistung zu den Kosten und/oder zu anderen Nachteilen/Opfern. Damit entspricht "Effizienz" in vielen Fällen der Wirtschaftlichkeit. Vereinfacht: "Die Dinge richtig tun", im Unterschied zur Effektivität ("Die richtigen Dinge tun"). Effizienz ist wichtig, aber effizient die falschen Dinge zu tun bleibt Verschwendung und verletzt den Auftrag der öffentlichen Verwaltung. Effektivität ist also wichtiger, Strategie geht vor Effizienz. Beispiel: größere Schulklassen steigern die Effizienz (geringere Kosten pro Unterrichtsstunde pro Schüler), aber nicht die Effektivität, d. h. die Erreichung der Bildungs- und Erziehungsziele. Umgangssprachlich und in der Praxis teilweise abweichend verwendet. Mehr ...

EFK - Eidgenössische Finanzkontrolle
die Rechnungsprüfung der Schweiz auf Bundesebene, vergleichbar dem deutschen Bundesrechnungshof (BRH). Dabei hat die Wirkungskontrolle einen besonderen Stellenwert durch den Auftrag in Art. 170 der Schweizer Bundesverfassung, Maßnahmen des Bundes auf ihre Wirkungen zu überprüfen. Die EFK arbeitet an der Umsetzung dieses Verfassungsauftrags z. B. durch Evaluationen und die Entwicklung von Standards für eine Wirkungskontrolle, siehe den Bericht "Wie messen die Ämter die Wirkungen ihrer Handlungen? Evaluation des Informationssystems in zehn Bundesämtern": deutsche Kurzfassung, publiziert von der SGVW / im Online-Archiv, Gesamtbericht auf französisch.

EFQM, EFQM-Modell (für Excellence) Ausführlich ...
European Foundation for Quality Management (Europäische Stiftung für Qualitätsmanagement), eine gemeinnützige Organisation, der über 800 Mitglieder (Firmen, nationale Qualitätsorganisationen) aus den meisten europäischen Ländern angehören (Stand: Januar 2000). Sie hat das EFQM-Modell für Excellence entwickelt, das jetzt in der Fassung 2010 gilt (siehe Grafik), und vergibt jährlich den Europäischen Qualitätspreis (EQA) auf der Grundlage dieses Modells. Verschiedene Bundesländer vergeben einen Qualitätspreis ebenfalls auf dieser Grundlage, auf deutscher nationaler Ebene ist es der Ludwig-Erhard-Preis.

Das EFQM-Modell ist ein Modell zur Umsetzung von TQM und hat weite Verbreitung und hohe Akzeptanz gefunden ... Mehr ... , CAF

EFQM-Modell 2010

EG
Europäische Gemeinschaft (Vorläufer der EU). Der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft liefert die Rechtsgrundlage für bestimmte Rechtsakte der EU, weshalb die Abkürzung "EG" bei der Benennung dieser Rechtsakte weiter verwendet wird, z. B. für auf diesen Vertrag gestützte Verordnungen der Kommission der Europäischen Gemeinschaft: "Verordnung (EG) Nr. X/Y" (Zählnummer/Jahr der Verkündung).

Online-Verwaltungslexikon olev.de
©  B. Krems - 2014-11-16

E-Government Ausführlich ...
"Elektronisches" Regieren und Verwalten, d. h. unter Nutzung des Internets, um Informationen bereit zu stellen (Information), Informationen auszutauschen (Kommunikation) oder Verwaltungsvorgängen abzuwickeln (Transaktion).

Abbildung: E-Government-Struktur

Quelle: Schuppan/Reichard:
Grundarchitektur öffentlicher Leistungserbringung[FN2]

Als Kunden/Adressaten kommen in Betracht Bürger (G2C), private Unternehmungen (G2B), andere öffentliche Stellen (G2G) und die Beschäftigten (G2E). Die Gesamtstruktur könnte wie in der Abbildung gestaltet sein. Aus Bürgersicht ... Mehr ...

EGPA
European Group of Public Administration, Brüssel, eine Regionalgruppe der IIAS, dem Internationale Institut für Verwaltungswissenschaften. Die EGPA hat das Ziel, Kontakte und den Austausch zwischen verwaltungswissenschaftlichen Wissenschaftlern und Praktikern zu fördern, u. a. durch jährliche Tagungen. EGPA-Website

"eh-da-Kosten"
nicht haushaltswirksame Kosten, also der Verbrauch von Ressourcen (Arbeitszeit, interne Dienstleistungen, Sachmittel (Räume, technische Ausstattung) usw.), die "schon bezahlt" und deshalb "eh da" sind, der nicht zu Ausgaben, der Inanspruchnahme von Haushaltsmitteln, führt. Die Verwendung dieser Ressourcen wird in der Kameralistik, dem klassischen Haushalt der öffentlichen Hände, nicht gesondert erfasst, bedarf also keiner Rechtfertigung durch eine Leistung für einen externen oder internen Kunden/Empfänger, die diese Kosten wert ist. Die fehlende Erfassung dieser Kosten ist ein Kernpunkt der Kritik an der Kameralistik.

Eingangsempfänger
der Funktionsträger, der als erster eine von außen eingegangene Geschäftssache inhaltlich zur Kenntnis nimmt; i.d.R. einer Instanz vorbehalten. (»Geschäftsgang)

Einlinienorganisation (-system)
ein »Strukturtyp, bei dem eine Stelle nur von einer übergeordneten Stelle Weisungen erhält, im Gegensatz zum Mehrliniensystem.

Einnahmen
Geldeingänge durch Einzahlung oder Verrechnung; Erlöse, Ertrag, Ausgabe

Einzelkosten (direkte Kosten)
unmittelbar und verursachungsgerecht zurechenbare Kosten, z. B. beim Produkt "Führerschein" die Personalkosten des Prüfers und die Materialkosten des Führerscheins. Gegensatz: Gemeinkosten. Einzelkosten plus Gemeinkosten ergeben Vollkosten - wobei allerdings fraglich ist, ob Entscheidungen auf der Grundlage von Vollkosten getroffen werden sollten (mehr dazu). Einzelkosten können variabel oder fix sein.

Gegenstand der Ermittlung von Einzelkosten ... Mehr ...

EIPA
European Institute of Public Administration (Europäisches Institut für öffentliche Verwaltung). Das 1981 anlässlich des ersten Europäischen Rates in Maastricht gegründete Institut wird von den Verwaltungen der Mitgliedstaaten der EU und der Europäischen Kommission finanziert, die auch im Verwaltungsrat vertreten sind. Aufgaben sind Fortbildung, Forschung und Beratung. Das EIPA ist auch an dem Europäischen Qualitätsmanagementsystem CAF beteiligt und dokumentiert es im Internet. EIPA-Website: http://www.eipa.nl

Eisenhower-Prinzip siehe Portfolio-Analyse

Online-Verwaltungslexikon olev.de
©  B. Krems - 2014-11-16

E-Learning
"elektronisches Lernen", Lernen mit Hilfe von elektronischen Medien, insbesondere Computer Based Training (CBT), Web Based Training (WBT), auch "webucation" genannt, Virtual Classroom (VC), Tele-Teaching (aufgezeichnete konventionelle Unterrichtsveranstaltung, ggf. ergänzt um eine parallele Folien-Präsentation). Es kann durch weitere Elemente unterstützt werden, z. B. durch Tutoren per E-Mail, Chats (gleichzeitige Anwesenheit der Beteiligten im virtuellen Chatroom erforderlich), usw. Inzwischen ist es weitgehend gesichert und akzeptiert, dass E-Learning kombiniert werden muss mit anderen, interaktiven Lernangeboten und möglichst mit Präsenzlernen: Blended Learning. Kritisch zur Praxis des E-Learning Gunter Dueck, 2007: Originalquelle / Online-Archiv.

E-Mail (Schreibweise lt. Duden, üblich auch "eMail", "Mail" oder "mail")
elektronische Nachricht, die in Netzen übermittelt und auf einem Server in einem elektronischen Postfach bereitgestellt wird. Die E-Mail-Adresse ist der Name des elektronischen Postfachs, unter dem die Nachricht eingesehen oder abgerufen werden kann.

EMAS
Eco-Management and Audit Scheme“, zertifiziertes freiwilliges Umwelt-Management nach der EG-Öko-Audit-Verordnung

Der Aufbau eines UMS und die Abläufe entsprechen seit 2001 auch bei EMAS der ISO 14001, EMAS geht aber über ISO 14001 hinaus.

Informationen im Internet:

emergent / Emergenz
spontan entstanden und sichtbar werdend; nicht bewusst gestaltet, sondern im Laufe einer Entwicklung gewachsen, wie z. B. Organisationskultur, Tradition, implizite (nicht ausdrücklich formulierte) Entscheidungsregeln, Strategien; also genuin soziale Phänomene, die erst dadurch entstehen und bedeutsam werden, dass sich übereinstimmende Vorstellungen und/oder Verhaltensweisen bei einer größeren Zahl von Organisationsmitgliedern entwickeln bzw. vorhanden sind. Gegensatz: intendiert, (positiv) gesetzt, bewusst gestaltet. Vgl. Schreyögg, Organisation, 2. Aufl., 6. Kapitel. Emergenz gibt es aber auch bei natürlichen Systemen, siehe den Beitrag in Wikipedia (16.11.2014).

emotional
gefühlsmäßig im Gegensatz zu rational.

Empathie
Einfühlungsvermögen, Fähigkeit zu Mitgefühl, die Welt durch die Augen eines anderen zu sehen.

Empfindlichkeitsanalyse
»Sensibilitätsanalyse, Nutzwertanalyse

Online-Verwaltungslexikon olev.de
©  B. Krems - 2014-11-16
empirisch
erfahrungswissenschaftlich, d. h. an Tatsachen, Beobachtungen in der Realität überprüft. Diese Beobachtungen testen theoretische Aussagen mit der Ziel der Falsifizierung. »Wahrheit, »Wissenschaft

Empowerment
engl.: Ermächtigung, Einräumung von Handlungsbefugnissen, im übertragenen Sinne im Management und in der Verwaltungsmodernisierung: Eigenverantwortlichkeit ermöglichen, um die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu nutzen und ineffiziente zentrale Steuerung durch effizientes Handeln der Akteure vor Ort zu ersetzen.

EN
Europäische Norm, herausgegeben vom CEN, dem Comité Européen de Normalisation (Europäisches Komitee für Normung / European Committee for Standardization), Brüssel (www.cen.eu). Viele DIN-Normen sind Übernahmen europäischer Normen oder sind ihrerseits in EN übernommen worden, ebenso beruhen europäische Normen u. U. auf internationalen Normen der ISO.

Entscheidung
verbindliche Festlegung künftigen Verhaltens, als Auswahl unter mehreren Alternativen (Handlungs- oder Gestaltungsmöglichkeiten). Durch die Verbindlichkeit hebt sich die Entscheidung von Bewertungen ab, die lediglich einen Vorschlag darstellen, wie typischerweise in Planungs- und Entscheidungsprozessen (Problemlösungsprozessen). Bewertung und Entscheidung können organisatorisch getrennt sein: Rangspezialisierung. Typisch ist diese Trennung im Verhältnis Stab zur Instanz, Controlling im Verhältnis zum Management sowie die Funktionen der Steuerungsunterstützung als Management-Unterstützungsfunktion, wenn sie eingerichtet worden ist, abr auch die Steuerungsunterstützung durch die Querschnittseinheiten, z. B. die Organisationsstelle (das Organisationsreferat) im Verhältnis zur Leitung.

Äußeres Merkmal der Entscheidung ist in der Regel - entsprechend dem Prinzip der Schriftlichkeit - die Zeichnung. Inhalt der Entscheidung kann ein Einzelfall sein oder eine Regelung und damit eine Meta-Entscheidung: eine Entscheidung über künftige Entscheidungen, sei es als Planung(-sentscheidung), Organisation(-sentscheidung), Erlass einer Norm.

Entwurf
im Geschäftsgang ein schriftlicher und förmlicher Entscheidungsvorschlag für eine Verfügung; mit der abschließenden Zeichnung wird die Verfügung wirksam.

EPSA
European Public Sector Award, ein Preis für vorbildliche Modernisierungsvorhaben von Verwaltungen in Europa, der jährlich gemeinsam von der Bertelsmann Stiftung, der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer und der European Group of Public Administration (Brüssel) vergeben wird. Es ist kein Qualitätspreis, da nicht erfolgreiches Qualitätsmanagement ausgezeichnet wird. EPSA-Website

EPSAS
European Public Sector Accounting Standards, Rechnungslegungsstandards für alle Gebietskörperschaften in der Europäischen Union. Ziel der Entwicklung ist es, ein Haushalts- und Rechnungswesens bereit zu stellen, das alle Informationen für ein leistungsfähiges Finanzmanagement zur Verfügung stellt und durch die Einheitlichkeit die Zusammenarbeit aller Akteure erleichtert und verbessert. Es soll die Transparenz der Finanzsituation öffentlicher Einheiten verbessern, ein länderübergreifendes Benchmarking vereinfachen, die Rechenschaftspflicht öffentlicher Entscheidungsträger verstärken und eine generationengerechte Finanzpolitik fördern, vgl. die Darstellung auf der diesem Thema gewidmeten Website http://www.epsas.eu/de/.

Grundlagen sind die Doppik der öffentlichen Verwaltung und die auf doppischer Grundlage entwickelten International Public Sector Accounting Standards (IPSAS). Für Gebietskörperschaften, die bereits auf Doppik umgestellt haben, soll der Aufwand einer Umstellung auf EPSAS gering sein (K. Schlüter, in: Der Neue Kämmerer 2013 Nr. 3, S. 3).

E-Procurement
elektronische Beschaffung, elektronischer Einkauf (über das Internet).

Online-Verwaltungslexikon olev.de
©  B. Krems - 2014-11-16

Erfolgskontrolle
Nr. 2.2 der VV zu § 7 BHO (Auszug): Die Erfolgskontrolle umfasst grundsätzlich folgende Untersuchungen:

Siehe auch: Wirtschaftlichkeit, Effektivität / Wirkung, Outcome, Ziele und Kennzahlen sowie die Arbeitsanleitung für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen des BMF

Ergebnis
in der öffentlichen Verwaltung wird "Ergebnis" zum Teil gleichbedeutend mit Wirkung (Outcome) verwendet. In der Doppik der öffentlichen Verwaltung (im Neuen Rechnungswesen) bezeichnet es das monetäre Ergebnis der Tätigkeit als Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand (für eine Maßnahme, ein Projekt, Gesamtrechnung für die Verwaltungseinheit ergibt die (Gesamt-) Ergebnisrechnung.

Ergebnisrechnung
in der Doppik der öffentlichen Verwaltung die zusammenfassende Darstellung von Ertrag und Aufwand einer Verwaltungseinheit, vergleichbar der Gewinn- und Verlustrechnung eines privaten Unternehmens. Der Saldo der Ergebnisrechnung stellt den Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag dar. Ein Jahresüberschuss führt zu einer Erhöhung des Eigenkapitals, ein Jahresfehlbetrag zur Verminderung.

Beachte: Mit der Ergebnisrechnung wird die Tätigkeit der Verwaltung nur mit ihren monetären Folgen erfasst, im Unterschied zur Kosten- und Leistungsrechnung, die auch die nicht-monetären Aspekte der Leistungen (Menge, Qualität u. a.) erfasst und die um eine Wirkungsrechnung zu ergänzen ist, um die Folgen der Verwaltungstätigkeit für Outcome, die eigentlichen öffentlichen Anliegen, abzubilden.

Ergonomie (Arbeitswissenschaft)
Wissenschaft von den Leistungsmöglichkeiten und -grenzen des Menschen und den Belastungsfaktoren bei der Arbeit sowie der besten wechselseitigen Anpassung zwischen dem Menschen und seinen Arbeitsbedingungen; E. umfasst auch die Entwicklung von Gestaltungsregeln für Arbeitsplätze (z. B. für Bildschirmarbeit) und von Verhaltensregeln bei der Arbeit (z. B. Pausenregelungen).

Besondere Bedeutung hat heute die Software-Ergonomie, dazu gibt es verschiedene Normen, z. B. die ISO-Norm 9241 zu den Grundsätzen der Dialoggestaltung. Diese Anforderungen sollten entsprechend auch bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen berücksichtigt werden - aus Sicht der Mitarbeitenden, entsprechend aber auch aus Kundensicht, soweit der Kunde Beiträge zum Prozess leistet. Mehr ... (ergonomische Anforderungen nach ISO 9241)

Erhebungstechnik(en)
Technik(en) zur möglichst objektiven, aber auch wirtschaftlichen Ermittlung von Fakten ohne Bewertung, z. B. Dokumentenanalyse, Interview, Multimomentaufnahme, Selbstaufschreibung. Mehr ... (Studienmaterial)

Erlass
Schreiben einer obersten Bundes- oder Landesbehörde, gleich welchen Inhalts, an eine ihr unterstellte Behörde oder Institution, insbesondere die Schreiben der Ministerien an die Behörden ihres Geschäftsbereichs. Schreiben anderer Aufsichtsbehörden werden als Verfügung bezeichnet. Der Inhalt eines Erlasses ist traditionell mit Verbindlichkeit ausgestattet, in modernen Verwaltungsbereichen inzwischen aber nur, wenn dies ausdrücklich gesagt wird, da die Beziehungen zwischen den Einheiten eines Konzerns, wie das Verhältnis im Rahmen einer Neuen Verwaltungssteuerung sein sollte, nicht immer Weisungsbeziehungen in einem Über-/Unterordnungsverhältnis, sondern z. B. durch Zielvereinbarungen geregelt sind. Die Kommunikation mit Erlassen und Berichten hat die Tendenz zu autoritärer Kommunikation ... Mehr ..., »Bericht.

Online-Verwaltungslexikon olev.de
©  B. Krems - 2014-11-16

Erlöse
Einnahmen, die ein Unternehmen/eine Behörde als Entgelt für eine Leistung erhält.

Ertrag
in Geld bewerteter Wertzuwachs einer Organisation oder einer Organisationseinheit innerhalb einer Abrechnungsperiode; Aufwand, Wirtschaftlichkeit

erwerbswirtschaftlich, Erwerbswirtschaftlichkeit
Handeln nicht zur Erfüllung eines öffentlichen Auftrags, sondern mit der Absicht der Gewinnerzielung. Insoweit grenzt sich dieses Handeln deutlich ab zu "Wirtschaftlichkeit" als Vorgabe für die Art und Weise, in der die öffentliche Verwaltung ihre Aufgaben wahrnimmt. Regelungen in den Gemeindeordnungen begrenzen die erwerbswirtschaftlichen - dort nur als "wirtschaftliche Betätigung" bezeichneten - Aktivitäten der Kommunen, vgl. z. B. § 107 GO NRW.

Evaluation
Bewertung, Begutachtung von Leistung, Wirkung, Erfolg und/oder Effizienz/Wirtschaftlichkeit von Bildungs- oder anderen Prozessen, Projekten, Programmen, Institutionen usw., mit beratender Funktion im Unterschied zur Akkreditierung. Die nur beratende Funktion der Evaluation stärkt die Eigenverantwortlichkeit der an den Prozessen Beteiligten (z. B. der Hochschulangehörigen), sie eignet sich deshalb besonders ... Mehr ...

evident, Evidenz, evidenzbasiert
allgemein "offensichtlich und unzweifelhaft", auf Fakten/Daten beruhend. Im wissenschaftlichen Kontext, aufgrund der englischen Bedeutung "evidence = Beweis, Beleg" bedeutet "evident", zum Beispiel in der Medizin, "empirische, nach naturwissenschaftlichen Standards gewonnene Erkenntnis", z. B. über die Wirksamkeit von Medikamenten, Behandlungsmethoden. Entsprechend in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: empirisch gewonnene Erkenntnisse, z. B. über die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Verringerung der Arbeitslosigkeit, bessere Sprachkompetenz von Migrantenkindern aufgrund von Fördermaßnahmen, die Wirksamkeit von Faktoren für den Lernerfolg (Hattie 2013), usw. In der Medizin werden evidenzbasierte Erkenntnisse vor allem durch die Cochrane Collaboration gefördert, die systematisch Meta-Studien dokumentiert und zur Verfügung stellt, als "reviews" oder Übersichtsarbeiten bezeichnet, und dafür einheitliche und strenge Qualitätsstandards festgelegt hat. Wesentlich dabei ist, dass in den "reviews" die vorhandenen Studien auf ihre methodisch gesicherte Aussagekraft hin überprüft werden, einerseits, möglichst viele gleichartige Studien in einer Gesamtschau analysiert werden, andererseits, so dass sich ein Bild auf verlässlicherer Datenbasis ergibt.

Excellence
„Exzellenz” (deutsche Schreibweise) steht allgemein für "hervorragende Leistung, Verfassung, Zustand", "Excellence" steht im EFQM für „überragende Praktiken in der Führung einer Organisation und beim Erzielen von Ergebnissen entsprechend dem EFQM-Konzept“.

explizit
ausdrücklich, deutlich, bewusst vorhanden und in Worten und/oder Zahlen formulierbar, z. B. von Zielen (ausdrücklich formulierte im Gegensatz zu geheimen oder unbewussten Zielen), Wissen (formuliertes oder formulierbares Wissen). Das Gegenteil von implizit.

Wissens-Portfolio: Klassifikation des Wissen nach Existenz und Bekanntheit
    Wissen vorhanden
    ja nein
Kenntnis vom Stand des Wissens
("Meta-
Wissen")


 
ja 1. Explizites Wissen
(man weiß was man weiß)
("known knowns")
2. Explizites Nicht-Wissen
(man weiß was man nicht weiß)
("known unknowns")
nein 3. Implizites Wissen
(man weiß nicht was man weiß: unbewusstes Wissen, tacit knowledge)
("unknown knowns")
4. "Blinder Fleck"
(man weiß nicht was man nicht weiß)
("unknown unknowns")
Wissens-Portfolioanalyse - © Krems - olev.de - Version 1.0 - 2009-03-22

Norm-Strategien für die Verwendung der Portfolio-Analyse sind noch zu entwickeln. Dabei ist es eine Aufgabe des Wissensmanagements, den Bereich expliziten Wissens zu erfassen und nutzbar zu machen, ihn zu erweitern, indem der Bestand impliziten Wissens erschlossen wird, und ggf. dafür zu sorgen, dass der 4. Bereich möglichst verkleinert wird. Dieser 4. Bereich ist auch ein wichtiger Faktor für das Risikomanagement.

Siehe auch Fähigkeitsstufen.

Online-Verwaltungslexikon -  ©  B. Krems - 1999-2014Online-Verwaltungslexikon - weiter

Fachaufgaben
die Aufgaben mit Außenwirkung, auch "unmittelbare Aufgaben" genannt, im Gegensatz zu den Querschnittsaufgaben.

Fachaufsicht siehe Aufsicht, Aufsichtsarten

Fachvorgesetzte/r
"Vorgesetzte/r", dessen Weisungs- und/oder Entscheidungsbefugnis anderen Beschäftigten gegenüber auf die Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben beschränkt ist und keine Befugnis zu personalrechtlichen Entscheidungen umfasst, die dem/der Dienstvorgesetzten vorbehalten ist. Deshalb sind Entscheidungen des Fachvorgesetzten i. d. R. rechtlich nicht anfechtbar, weil sie nicht eigene Rechte des Beschäftigten betreffen, sondern nur sein Tätigwerden als "Amtswalter" in Wahrnehmung der Angelegenheiten seines Dienstherrn/Arbeitsgebers.

Es ist zu beachten, dass es "Spezialvorgesetzte" und damit auch mehrere "Fachvorgesetzte" geben kann, die jeweils für unterschiedliche fachliche Aspekte zuständig sind, z. B. durch die Funktionen der Querschnittseinheiten oder im Funktionsmeistersystem. Kennzeichen: die Missachtung entsprechender "Bitten", Aufforderungen usw. kann dienstrechtliche Konsequenzen haben - die dann allerdings vom Dienstvorgesetzten veranlasst werden müssten. Davon zu unterscheiden ist die Inanspruchnahme interner Dienstleistungen (z. B. der Bibliothek): hier gibt es i. d. R. eigenständige Reaktionsmöglichkeiten (z. B. Ausschluss von der Bibliotheksbenutzung, wenn Bücher nicht zurückgegeben werden), so dass der Rückgriff auf die formellen Weisungs- und Sanktionsmöglichkeiten nicht erforderlich ist.

Online-Verwaltungslexikon olev.de
©  B. Krems - 2014-11-16