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back office Online-Verwaltungslexikon - zurück
Kundenfernes "Hintergrundbüro" im Gegensatz zum front office, wo die Kommunikation mit dem Bürger/der Bürgerin (dem Kunden/ der Kundin) stattfindet. Im back office werden alle Tätigkeiten verrichtet, die nach der Tätigkeit im front office noch anfallen, z. B. Bearbeitung des Antrages, Fertigung des Bewilligungsbescheides, Anordnung der Auszahlung. Siehe die Abbildung zu E-Government. Die Unterscheidung wird auch für Funktionsbereiche von Software verwendet.

Balanced Scorecard (BSC - "Ausgewogener Berichtsbogen")
Ein Managementkonzept zur Umsetzung einer Unternehmenskonzeption (Vision und Strategie) in ein konsistentes System von strategischen Zielen und die Konkretisierung dieser strategischen Ziele durch operative Ziele und Maßnahmen. Ziele und Kennzahlen bilden die für den langfristigen Erfolg wichtigen Dimensionen ab, das sind für gewinnorienterte Unternehmen: Finanz-, Kunden-, Prozess-, Lern- und Innovationsperspektive, also sowohl Ergebnisse (Spätindikatoren, insbesondere Finanzziele) als auch kritische Erfolgsfaktoren für die Zukunft (Frühindikatoren, insbesondere Lern- und Entwicklungsperspektive). Dabei stehen die Finanzziele an der Spitze der Zielpyramide, weil sie die Interessen der Anteilseigner repräsentieren. (...) Für die öffentliche Verwaltung ist das Konzept mit der Änderung verwendbar, dass Leistungs- oder Wirkungsziele die erste Dimension bilden ... Mehr ...

Für die öffentliche Verwaltung ist das Konzept mit der Änderung verwendbar, dass Wirkungs- und Leistungsziele die erste Dimension bilden und an der Spitze der Zielpyramide stehen ... Mehr ...

Balkenplan/-diagramm (Gantt-Diagramm)
Allgemein: Grafische Darstellung von Werten oder Mengen durch unterschiedlich grosse Balken, verwandt: das Säulendiagramm, bei dem die Werte als senkrechte Blöcke dargestellt werden. Zeitplanung: eine einfach zu handhabende Darstellungstechnik für den zeitlichen Ablauf von Vorhaben und Projekten. Es besteht aus der Aktivitätenliste, der Balken parallel zur Zeitachse zugeordnet werden. Damit kann der Stand des Vorhabens sofort abgelesen werden. Für komplexere Vorhaben weniger geeignet, da die Abhängigkeiten und Pufferzeiten schlecht abzubilden sind, dafür wird dann ein Netzplan verwendet. Als Controlling-Instrument für den zeitlichen Ablauf wird auch die Meilenstein-Trendanalyse empfohlen.

Balkenplan / Gantt-Diagramm (Muster mit Excel)
Muster eines Balkenplans. Klick öffnet die Excel-Datei.

Barnum-Effekt (Überzeugen und Begeistern durch vage Aussagen)
die Wirkung einer Klasse von vagen und/oder allgemeingültigen Aussagen, die von den meisten Menschen als zutreffende Beschreibungen akzeptiert werden, z. B. auch als Charakterisierung der eigenen Person, des eigenen Schicksals. Aussagen mit diesen Eigenschaften werden u. U. sogar als überraschend und/oder besonders zutreffend erlebt. Diese Wirkung kann bewusst eingesetzt werden, um andere zu beeinflussen und/oder zu manipulieren ... Mehr ...

Basiseinheit
Erste - unterste - Organisationseinheit aus Ausführungskräften und der ersten »Instanz, z. B. Referat.

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BBB
Frühere Bundesstelle für Büroorganisation und Bürotechnik mit speziellen Zuständigkeiten und hilfreichen Veröffentlichungen zu Fragen von Verwaltungsorganisation und -modernisierung. Sie war zunächst selbständig, wurde später in das Bundesverwaltungsamt (BVA) integriert, inzwischen existiert sie nicht mehr.

Bearbeiter / Bearbeiterin
Die Person, die für das Tätigwerden in einer Sache zuständig ist, unabhängig von der dienstlichen Stellung, d. h. "Bearbeiter/in" kann z. B. die Referatsleitung sein, wenn sie bestimmte Vorgänge selbst bearbeitet, oder aber Referent/-in, Sachbearbeiter/-in, Bürosachbearbeiter/-in. Die GGO des Bundes definiert diese Funktion nicht, sondern setzt sie voraus, wenn sie in § 13 (Behandlung der Eingänge) Abs. 2 festlegt: [...] die Referatsleitung "leitet die Eingänge so schnell wie möglich der Bearbeiterin oder dem Bearbeiter zu".

Bedürfnisse
Eine gängige und hilfreiche Klassifikation unterscheidet drei Arten von menschlichen Bedürfnissen, die für die Einschätzung der Lebensqualität wichtig sind: Having, Loving, Being. Im Einzelnen:
Name / Art des Bedürfnisses Objektive Indikatoren Subjektive Indikatoren
Having: materielle Bedürfnisse

Objektive Erhebung des Niveaus von Lebens- und Umweltbedingungen

Zufriedenheit mit den Lebens- und Umweltbedingungen
Loving: soziale Bedürfnisse Objektive Erhebung der Beziehungen zu anderen Menschen Subjektive Einschätzung der Qualität der sozialen Beziehungen, Zufriedenheit damit
Being: Bedürfnis nach Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung Objektive Erhebung der Entwicklung der Persönlichkeit und der Möglichkeiten der Selbstverwirklichung Subjektive Einschätzung, Zufriedenheit

Nach Allardt 1993: 93 (Allardt, E. 1993. “Having, Loving, Being: An Alternative to the Swedish Model of Welfare Research.” In Nussbaum, M. and A. Sen (ed), The Quality of Life, 88-94. Oxford), Indikatorenformulierung verändert

Befähiger
Erfolgsfaktor, Einflussgröße auf den Erfolg, Potenzialfaktor. Bezeichnung aus dem EFQM-Modell für Excellence für die 5 Kriterienbereiche die erfassen, wie eine Organisation vorgeht ("Mittel und Wege"): Führung, Politik und Strategie, Mitarbeiter, Partnerschaft und Ressourcen, Prozesse. Diese 5 Kriterien sind wesentlich für die Ergebnisse, die mit weiteren 4 Kriterien gemessen werden, wobei im Modell aber Befähger und Ergebnisse jeweils mit 500 Punkten gewichtet sind. »EFQM-Modell

Befähigung »Potenzial

Befähigungsbeurteilung »Potenzialbeurteilung

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Befugnis
Berechtigung, Kompetenz etwas zu tun, insbesondere: Zeichnungs- oder Vertretungsbefugnis (Befugnis zur verbindlichen schriftlichen Entscheidung für die Organisation).

Benchmark
Bezugsgröße für die Messung oder Beurteilung, z. B. von Leistungsdaten in der IT, Bildungsergebnisse usw., auch: Vergleichsgröße, Soll-Größe, Vorgabewert (z. B. in der EU-Bildungspolitik, dort auch "Referenzniveau" für definierte Bildungsindikatoren genannt). Als Vorgabewert (operationale Kennzahl) entspricht der Begriff dem englischen Begriff "target".

Benchmarking Ausführlich ...
Kurzdefinitionen:

Vollständige Definition:
Objektiver Vergleich von Kosten, Leistungen, Wirkungen (im Sinne von Outcome), Prozessen, Technologien oder Strukturen mit anderen Einheiten (intern / horizontal / intersektoral / vertikal / international) anhand von Kennzahlen oder Standards, um Möglichkeiten der Verbesserung und die dafür erforderlichen Bedingungen zu ermitteln und von anderen zu lernen: best practice.

Bedeutung:
Benchmarking hat ein großes Potenzial, um mit vergleichsweise geringem Aufwand Möglichkeiten der Verbesserung zu erkennen und sich einem von anderen bereits erreichten Standard anzunähern (aufzuholen). Es ist weniger geeignet, die Vorreiterrolle zu übernehmen oder strategische Herausforderungen zu bewältigen.

Für die öffentliche Verwaltung hat Benchmarking eine besondere Bedeutung als Ersatz für fehlenden Wettbewerb: es schafft Quasi-Wettbewerb. Es ermöglicht auch Wirkungsmessung und -vergleich im nationalen und internationalen Maßstab und kann dadurch die Funktion eines politischen Controlling übernehmen, mit u. U. großer Bedeutung, wie z. B. der Vergleich der Leistungen nationaler Bildungssysteme (PISA), gezeigt hat. ... Mehr ...

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Bericht
Jedes Schreiben einer nachgeordneten Behörde an die übergeordnete (Aufsichts-) Behörde. Schreiben in umgekehrter Richtung werden als Erlass bezeichnet. »Verfügung

Berichtsfelder / Zielfelder  Ausführlich ... 
Gliederung von Zielen und Kennzahlen im Rahmen einer systematischen und verdichteten Berichterstattung, für Management und Controlling (Managementunterstützung).

Gesamtkonzept für Zielfelder und Ziele (Version 2.11)
Zielfeld / Berichtsfeld

Ziele (weitere Beispiele und Kennzahlen)

1. Auftragserfüllung

(= "Sachziel")

1.1 Wirkungen ("Wozu" = Outcome, Effektivität) z. B. Erfolg von Bildungs- und Fördermaßnahmen, verbesserte Sicherheit, Gesundheit; Kundenzufriedenheit mit der Leistung (= "Impact")
1.2 Leistungen ("Was" = Output) Menge, (Produkt-) Qualität, Zeit
2. Finanzziele ("Womit") insbesondere Stückkosten, Kostendeckungsgrad / Deckungsbeitrag
3. Servicequalität ("Wie" =
Kundenfreundlichkeit i. e. S.)
z. B. Öffnungszeiten, Freundlichkeit, Beratungsqualität
4. Mitarbeiterpotenzial z. B. Motivation, Qualifikation, Zufriedenheit
5. Gesellschaftliche Verantwortung soziale, ökologische, kulturelle Verantwortung, Beitrag zur lokalen Lebensqualität, Nachhaltigkeit.

Mehr ... (Bedeutung, andere Konzeptionen, Beispiele für Ziele und Kennzahlen usw.)

Bertelsmann-Stiftung (externer Link zur Bertelsmann-Stiftung)
private Stiftung, die wesentliche Arbeiten auf dem Gebiet der Verwaltungsmodernisierung angestoßen oder gefördert hat und weitere wichtige Projekte betreibt, u.a. Kernkennzahlen in der Kommunalverwaltung - KiK - und KOMPASS - Kommunales Projekt zum Aufbau einer strategischen Steuerung.

Beschaffung
betriebliche Grundfunktion: Gewinnung und Bereitstellung der Produktionsfaktoren (Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe) für die Erfüllung der Zwecke der Institution.

Beschäftigte/r (synonym: Mitarbeiter/-in/Mitarbeitende)
gegen Entgelt oder im Beamtenverhältnis beschäftigte Person(en) (im Unterschied etwa zu Praktikanten/Praktikantinnen), einschließlich der Teilzeitbeschäftigten, befristet beschäftigter Personen sowie Beschäftigter auf Honorarbasis, soweit sie nicht "Selbständige" sind. Die Abgrenzung kann nach § 7 SGB IV erfolgen, soweit nicht eigene Regelungen erfolgt sind, etwa in § 4 des Bundespersonalvertretungsgesetzes. Nicht "Beschäftigte" bzw. "Mitarbeitende" sind Selbständige.

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Bescheid
verwaltungsrechtlich: schriftlicher Verwaltungsakt, im allgemeinen Sprachgebrauch: Information über eine Entscheidung.

"Best Practice" heißt:
Mit Stolz abkupfern.

best practice ("hervorragende Praxis")
1. Vorbildliche und nachahmenswerte Verfahrensweisen: Lösungen oder Verfahrensweisen, die zu Spitzenleistungen führen und als Modell für eine Übernahme in Betracht kommen (Voraussetzungen für eine Übernahme; vor einer mechanischen Übernahme ist zu warnen!).
2. Das Vorgehen, solche Verfahren zu ermitteln und für die Verbesserung der eigenen Prozesse zu nutzen, oft als Weiterführung von Benchmarking. Best practice ist ein pragmatisches Verfahren. Es systematisiert Erfahrungen erfolgreicher Organisationen (oft auch Konkurrenten) oder Anwender usw., vergleicht unterschiedliche Lösungen, die in der Praxis eingesetzt werden, bewertet sie anhand betrieblicher Ziele, und legt auf dieser Grundlage fest, welche Gestaltungen und Verfahrensweisen am besten zur Zielerreichung beitragen. Wichtige Elemente sind also: ... Mehr ...

Best-Practice-Kriterien
Kriterien für die Bewertung von Beispielen als vorbildlich und nachahmenswert. Mehr ... (Kriterien-Liste)

Betrieb
Wirtschaftseinheit, die Güter oder Dienstleistungen (= Produkte) für den Bedarf Außenstehender (Fremdbedarf) erstellt und abgibt. In diesem Sinne sind auch Behörden, Ämter, öffentliche Einrichtungen "Betriebe", sie werden z. T. als "Verwaltungsbetriebe" bezeichnet. Betrieb wird häufig auch (normativ) definiert als planvoll organisierte Wirtschaftseinheit, in der Produktionsfaktoren unter Beachtung des ökonomischen Prinzips eingesetzt werden, um Sachgüter oder Dienstleistungen zu erzeugen und abzusetzen. Gegensatz: Familie, Haushalt (Wirtschaftseinheit zur Deckung des eigenen Bedarfs). Die Abgrenzung zu Unternehmen (Unternehmung) ist problematisch, das Wort "Betrieb" wird teilw. synonym verwendet.

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betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden: Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung Stärkung persönlicher Kompetenzen.

Betriebsmittel
alle Einrichtungen und Anlagen, die technische Voraussetzung für die betriebliche Produktion sind, ohne beim Produktionsprozess verbraucht zu werden (im Gegensatz zu Werkstoffen), z. B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Büroeinrichtungen, auch Computersysteme, Werkzeuge aller Art. »Produktionsfaktoren   

Betroffene(r), Betroffenheit
jemand, bei dem Auswirkungen von Entscheidungen und Entwicklungen eintreten (objektive Betroffenheit) oder der solche Auswirkungen für möglich, wahrscheinlich oder sicher hält (subjektive Betroffenheit). Die Kennzeichnung als Betroffene(r) lässt offen, wie diejenige/derjenige dazu steht und ob sie/er ggf. darauf reagiert: durch Versuch der Einflussnahme auf die Entwicklung (aktiv) oder durch angepasstes Verhalten (reaktiv), im Extremfall: Verzicht auf Aktivitäten, Investitionen, Wegzug: siehe Aktivitätsniveaus. Betroffenen sind also nicht zwangsläufig auch Akteure, siehe Arten von Stakeholdern.

Beurteilung (Personal-/Mitarbeiterbeurteilung)
Bewertung von Leistung (Leistungsbeurteilung) und Befähigung (Potenzialbeurteilung) als Grundlage für Personalplanung und Personalmaßnahmen (Personaleinsatz, Personalentwicklung, Beförderungen). Mehr ...

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Beurteilungsfehler, -verzerrungen, Bias
bei der Einschätzung der Realität mögliche und häufige Fehler, die zu falschen Entscheidungen führen können. Das Risiko durch solche Fehler kann eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn man sie kennt und entsprechende Gegenmaßnahmen trifft.

  1. Psychologische Wahrnehmungsfehler, die unbewusst (!) wirken, wie Halo-Effekt, Ähnlichkeits-, Kontrastfehler.
  2. Bestätigungsfehler (Confirmation Bias): es werden die Informationen bevorzugt wahrgenommen, die die eigene Hypothese, die eigene Meinung bestätigen, nicht dagegen die Informationen, die sie widerlegen oder infrage stellen.
  3. Publikationsverzerrung (Publication Bias): falsche bzw. verzerrte Beurteilung aufgrund der Publikationslage, die selektiv ist: erfolgreiche Experimente / Untersuchungen werden eher publiziert als Untersuchungen, in denen Experimente nicht geglückt, Hypothesen widerlegt worden sind. Eine Auswertung der Literatur ergibt dann ein einseitiges Bild der Sachlage. Nicht nur relevant für die Wirkung von Medikamenten, sondern auch von Reformkonzepten, Vorgehensmodellen usw.

Möglichkeiten, Fehler Nr. 2 und 3 zu vermeiden, können sein

Bewertungskriterium »Kriterium

Bewertungstechnik(en)
Technik(en) zum möglichst rationalen Vergleich von Lösungs- (Entscheidungs-) alternativen nach einheitlichen Kriterien als Grundlage für die Auswahl derjenigen Alternative, mit der die gesetzten Ziele am besten erreicht werden können; insbesondere Kostenvergleichsrechnung, Nutzwertanalyse (Studienmaterial...). Die Auswahl der Technik steht ihrerseits unter dem Rationalitätsgebot, muss also selbst rational - auch im Sinne einer vertretbaren Zweck-Mittel-Relation (Wirtschaftlichkeit) - sein.

BHO - Bundeshaushaltsordnung
Bundesgesetz, das die Haushaltswirtschaft des Bundes einschließlich Rechnungslegung und Prüfung durch den Bundesrechnungshof regelt. Die BHO übernimmt, konkretisiert und ergänzt die für Bund und Länder gemeinsamen Regelungen des Haushaltsgrundsätzegesetzes (HGrG) - die derzeit (Anfang 2009) überarbeitet werden.

Wichtig für die Interpretation und Anwendung des Gesetzes sind die ausführlichen Verwaltungsvorschriften zur Bundeshaushaltsordnung (VV-BHO), die der Bundesfinanzminister aufgrund der Ermächtigung in § 5 BHO erlassen hat. Sie werden durch weitere Regelungen ergänzt, z. B. durch die "Arbeitsanleitung Einführung in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen" des Bundesfinanzministeriums.

Bilanz
Gegenüberstellung von Verwendung (Aktiva) und Herkunft (Passiva) des nach bestimmten Regeln bewerteten Vermögens und der Verbindlichkeiten zu einem Stichtag, um den Erfolg bzw. den Stand des Vermögens zu ermitteln. Anlage- und Umlaufvermögen werden auf der Aktivseite aufgeführt, Eigen- und Fremdkapital sowie Rückstellungen auf der Passivseite, vgl. § 266 HGB. Zur Bilanz als Teil eines Gesamtkonzepts eines neuen öffentlichen Rechnungswesens siehe den Beitrag zur Doppik.

Im übertragenen Sinne: Gesamtsicht mit zusammenfassender Bewertung der Vor- und Nachteile (einer Situation, einer geplanten oder umgesetzten Maßnahme usw.).

Bildungscontrolling
Controlling von Bildungsaktivitäten, insbes. von betrieblicher Fort- oder Weiterbildung mit dem Ziel, Planung, Durchführung und Kontrolle der Bildungsaktivitäten durch kontinuierliche Informationen zu unterstützen, diese aufzubereiten und Empfehlungen zu geben. Es unterstützt damit auch Personalentwicklung und Personalmanagement. Mehr ...

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Bionik
wissenschaftliche Disziplin, die Konstruktions-, Verfahrens- und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme analysiert und Anwendungsmöglichkeiten dieser Prinzipien für technische Systeme erforscht und entwickelt. Die Anwendungsmöglichkeiten in der Wirtschaft (entsprechend auch in der Verwaltung) erforscht die Wirtschaftsbionik.

BIP - siehe Bruttoinlandsprodukt

Blog siehe Weblog

Blended Learning
"gemischtes" Lernen, das technikunterstütztes Lernen (CBT oder WBT) mit Präsenzlernen (Lernen mit Lehrperson, Gruppen- oder Projektarbeit usw.) kombiniert.

Blended Learning
"Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat eine Bewertung des Standes der Reformen veröffentlicht, den "Ländercheck". Auffällig: Gerade in Ländern, in denen bereits viele Studiengänge umgestellt worden sind, ist die Zufriedenheit mit den neuen Studiengängen z. T. groß.

Bonität
Kreditwürdigkeit, oft durch Rating ermittelt und in standardisierten Kategorien ausgedrückt. Die öffentliche Verwaltung ist i. d. R. kreditwürdig und deshalb auch in der Lage, Kredite zu besonders günstigen Bedingungen zu erhalten. Anders u. U. bei privaten Anbietern, auf die ein Teil der Leistungserbringung übertragen worden ist (Outsourcing), oder bei der Gründung von Gesellschaften des privaten Rechts im Rahmen materieller Privatisierung.

bottom up
Vorgehensweise von unten nach oben , z. B. bei der Planung, der Entwicklung von Konzeptionen wie einem Leitbild, von Zielen/Zielvereinbarungen usw. Vorschläge werden an der Basis entwickelt und dann nach oben weitergegeben.Gegensatz: top down. Kombination ist das Gegenstromverfahren.

BPMN siehe Business Process Model and Notation

Brainstorming
Kreativitäts- und Ideenfindungstechnik, bei der eine Gruppe durch Beachtung bestimmter Spielregeln mit besonderer Kreativität Ideen, Lösungen und Einsichten zu einem vorgegebenen Problem entwickeln soll. Kann aber auch für das schnelle Sammeln von Informationen und Vorschlägen nicht-kreativer Art verwendet werden, z. B. im Rahmen von Projektmanagement. Wichtig: Spinnen ist erlaubt, Kritik ist verboten. Sortiert und bewertet werden Ideen erst nach Abschluss des B.

Break Even (Point, Break-Even-Analyse)
"Umschlagpunkt", "Kritische Menge" oder ähnliche Formulierungen in deutsch. Es ist der Schnittpunkt zweier Funktionen, ab diesem Punkt ändert sich die Bewertung. Bei der Kostenvergleichsrechnung ist es diejenige Ausbringungsmenge (Produktionsmenge), bei der beide Alternativen in den Kosten gleich sind, das ist dann auch der "Umschlagpunkt", die bisher kostengünstigere Alternative wird ab diesem Punkt bei einer größeren Produktionsmenge die teurere Variante, bzw. umgekehrt. Beim Vergleich von Kopierern z. B. ist dies der Punkt, von dem ab der Kopierer mit den höheren Fix-, aber niedrigeren variablen Kosten kostengünstiger ist. Bei Absatzentscheidungen ist der Break Even Point die Absatzmenge, bei der eine Vollkostendeckung erreicht wird (Schnittpunkt der Funktionen für Deckungsbeitrag bzw. Fixkosten in Relation zu Absatzmenge).

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BRH siehe Bundesrechnungshof

Bruttoinlandsprodukt - BIP
Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft erstellt/erbracht und bezahlt werden. Das BIP ist eine Kennzahl für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Es wird ermittelt aus dem Wert des privaten Konsums, den Investitionen der Unternehmen, den Ausgaben des Staates und der Differenz zwischen Exporten und Importen.

Das BIP spiegelt nicht wieder, was an Werten geschaffen wird, die nicht gehandelt werden: eigene (Bau- und andere) Leistungen, Wert der ehrenamtlich geleisteten Arbeit usw., es ist auch keine Kennzahl für die Entwicklung des Vermögens: Naturkatastrophen, die zu hohen Aufwendungen für die Beseitigung der Schäden führen, erhöhen das BIP, auch wenn das Vermögen in einer Volkswirtschaft dadurch geschädigt wird.

Bruttosozialprodukt - BSP
Kennzahl für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, ermittelt aus der Entwicklung des Einkommens aus Erwerbstätigkeit und Vermögen. Heute wird überwiegend das Bruttoinlandsprodukt - BIP - als Kennzahl verwendet.

BSP - siehe Bruttosozialprodukt

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Budget (Globalbudget), Budgetierung

Bundesrechnungshof (BRH)
die Finanzkontrolle des Bundes, errichtet aufgrund von Art. 114 Abs. 2 Grundgesetz: "Der Bundesrechnungshof, dessen Mitglieder richterliche Unabhängigkeit besitzen, prüft die Rechnung sowie die Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Haushalts- und Wirtschaftsführung. Er hat außer der Bundesregierung unmittelbar dem Bundestage und dem Bundesrate jährlich zu berichten." Website des Bundesrechnungshofs.

"Wirtschaftlichkeit" in diesem Sinne umfasst auch die Wirksamkeit (§ 4 Abs. 3 der Prüfungsordnung des Bundesrechnungshofes) und die Kosten-Wirksamkeit.

Der Präsident bzw. die Präsidentin des Bundesrechnungshofs ist traditionell auch "Beauftragte(r) der Bundesregierung für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung" (mehr ... (externer Link)).

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Bürgerhaushalt
die Festlegungen zum Haushalt einer Verwaltungseinheit, die unter direkte Beteiligung der Mitglieder dieser Verwaltungseinheit getroffen worden sind, insbesondere die Festlegungen im Haushalt einer Stadt/einer Gemeinde unter Beteiligung der Bürger/innen. Mit "Bürgerhaushalt" kann auch das Verfahren der Festlegung gemeint sein. Mehr ...

Bürokratie
nach Max Weber im Vergleich zu historisch früheren (!) die leistungsfähigste Herrschaftsform für den Staat und die Privatwirtschaft (!) mit folgenden Merkmalen:

Umgangssprachlich oft als negative Kennzeichnung (nur) der öffentlichen Verwaltung als starre, kundenunfreundliche und unwirtschaftliche Organisation verwendet.

Max Weber über die Verwaltung:
- Das ihr Spezifische ist, dass sie "die Freiheit und Herrschaft des Individuellen in Anspruch" nimmt;
- "hinter jeder Tat echt bürokratischer Verwaltung (steht) ein System rational diskutabler 'Gründe', das heißt entweder: Subsumtion unter Normen, oder: Abwägung von Zwecken und Mitteln." (Hervorh. ergänzt. Mehr ... )

Die Einsichten des Universalgelehrten Max Weber sind differenzierter, als viele Darstellungen in der Literatur vermuten lassen, und deshalb lesenswert. Entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis fordert er z. B. nicht, dass alles "strikt" geregelt werde, und beschreibt die Verwaltung nicht als das "bürokratische Monster", als das das Bürokratiemodell oft beschrieben werden. Sie handelt dem Einzelfall gemäß! Und selbst Regeln/Normen sind nicht starr und inflexibel, sondern können auch zweck- oder wertrational orientiert der Verwaltung die Aufgabe übertragen, Zwecke und Mittel abzuwägen. Regeln sind, so beobachtet Max Weber die Verwaltungswirklichkeit, "mehr oder minder" fest, die Verwaltung strebt gerade auch die Berücksichtigung der Besonderheiten des Einzelfalles an, aber unter Ausschluss von Willkür (vgl. das Zitat).

Im übrigen "empfiehlt" Max Weber nicht die Gestaltung nach seinem "Modell". Als Soziologe beschreibt er, was er als Herrschaftsform in Staat und Privatwirtschaft vorfindet - er schreibt nicht als Organisator - , und er verweist auf vielfältige Varianten und kann auch deshalb nicht als Befürworter eines "Modells" in Anspruch genommen werden, nach dem die Verwaltung gestaltet werden sollte.

Es sollte auch nicht vergessen werden, dass manche Errungenschaften der "Bürokratie", z. B. Gewährung von Leistungen nach allgemeinen, berechenbaren Regeln frei von Willkür durch ausgebildetes hauptamtliches Personal unabhängig von persönlichen Beziehungen zu oder Vorteilen für den "Beamten", unabhängig auch von seiner politischer Einstellung usw., in vielen Ländern dieser Welt erst noch erreicht werden müssen. Diesen Mindest-Standard zu erreichen ist u. a. Ziel der Forderungen nach Good Governance. Bei der Modernisierung der Verwaltung (Neues Steuerungsmodell) kann es deshalb nicht darum gehen, das von Weber beschriebene "Modell" der Bürokratie zu "überwinden", sondern die Rationalität und Leistungsfähigkeit der Verwaltung weiterzuentwickeln, durchaus im Einklang mit von Weber bereits gesehen Differenzierungen. Mehr ...

Bürosachbearbeiter/in
Beamtin/Beamter des mittleren Dienstes bzw. vergleichbare/r Tarifbeschäftigte/r mit Bearbeitungsaufgaben. Sie können einer Instanz unterstehen, in der Praxis häufig ist aber auch eine nur fachliche Unterstellung unter einen Sachbearbeiter/ eine Sachbearbeiterin oder die Regelung, dass sie ihnen fachlich zuarbeiten, oder eine begrenzte Vorgesetztenfunktion z. B. eines Sachgebietsleiters / einer Sachgebietsleiterin.

BPMN-Beispiel Personalanforderung, übernommen aus: Allweyer, T.: BPMN 2.0, 2. Aufl., 2009, S. 16
Übernommen aus: Allweyer, Thomas: BPMN 2.0 - Business Process Model and Notation. 2. Aufl., 2009, S. 16.

Business Process Model and Notation (BPMN)
Ein von der internationalen Object Management Group (OMG) entwickelter offener Standard für die Darstellung, Modellierung, Implementierung und Ausführung von Geschäftsprozessen, in der Schweiz als Standard für die Gestaltung von E-Government etabliert (mehr dazu). Die resultierenden Prozessdiagramme sind intuitiv relativ gut verständlich, auch für Nicht-Fachleute, die Verwendung und Umsetzung wird von vielen Tools unterstützt, da es sich um einen Standard mit weltweiter Verbreitung handelt, für den unter anderem IBM, Oracle, SAP und die Software AG Werkzeuge entwickelt und zum Teil kostenlos bereit gestellt haben. Mehr ...

Online-Verwaltungslexikon -  ©  B. Krems - 1999-2015Online-Verwaltungslexikon - weiter

CAF-Modell - Klick für weitere InformationenCAF (Common Assessment Framework)
Gemeinsames europäisches Qualitätsbewertungssystem unter dem Motto "Verbesserung der Organisation durch Selbstbewertung", ein an das EFQM-Modell angelehntes Konzept zur Selbstbewertung für die öffentlichen Verwaltungen in Europa als Weg zu umfassendem Qualitätsmanagement und ständiger Verbesserung. Mehr ... / Links

Case Management / Fallmanagement (Casemanagement)
ganzheitlicher Ansatz vor allem im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen zur Lösung von Problemen bzw. für Hilfe und Betreuung, bei dem der Patient/Klient bzw. die Patientin/Klientin im Mittelpunkt steht. Durch die Gesamtsicht der Situation, kurz-, mittel- und ggf. langfristig und Nutzung aller Möglichkeiten aller Beteiligten (einschließlich des Klienten/der Klientin und der Akteure im familiären und gesellschaftlichen Umfeld) wird angestrebt, Wirksamkeit, Qualität und Effizienz der Hilfe zu steigern und damit mittel- und langfristig auch Kosten zu senken. Dies soll insbesondere durch schnelle, abgestimmte Reaktion und Berücksichtigung auch längerfristiger Entwicklungen (und Chancen und Risiken) im Rahmen eines Gesamtkonzepts für den einzelnen Fall erreicht werden. Mehr ...

Cash Flow (Cashflow, Cash-Flow)
Liquiditätsüberschuss (Einzahlungsüberschuss) der Rechnungsperiode. Kennzahl zur Beurteilung der Finanzkraft, insbes. des Innenfinanzierungsspielraums (der Fähigkeit, die laufende Geschäftstätigkeit, Investitionen und ggf. Gewinnausschüttungen an die Eigentümer aus eigenen Mitteln zu bestreiten). Als Kennzahl wird oft auch der Cash Flow in % des Gesamtkapitals verwendet. Mehr ...

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