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kalkulatorische Kosten Online-Verwaltungslexikon - zurück
Kosten, denen keine Ausgaben entsprechen, die im klassischen kameralen Haushalt deshalb nicht zu veranschlagen wären, die aber für die wirtschaftliche Betrachtung als Ressourcenverzehr und für die Vergleichbarkeit von Alternativen berücksichtigt werden müssen: Abschreibung (Ausgleich für die Wertminderung durch Nutzung von Anlagevermögen), kalkulatorische Zinsen (Ausgleich für Kapitalbindung), kalkulatorische Miete (Ausgleich für die Nutzung von Grundstücken, Räumen usw., deren Eigentümer die Institution selbst ist), Wagniskosten (für nicht versicherte Risiken).

Kalkulatorische Kosten sind nicht "haushaltswirksam", sie sind "eh-da-Kosten" und einer der Gründe, warum die Kameralistik zur Unwirtschaftlichkeit beiträgt: dieser Ressourcenverbrauch wird bei Entscheidungen, die sich nur am "kameralen Haushalt" orientieren, nicht berücksichtigt, diese Entscheidungen verletzen damit das Wirtschaftlichkeitsgebot und die Gebote der Nachhaltigkeit und der Generationengerechtigkeit.

Von den kalkulatorischen Kosten wird nur die Abschreibung in der Ergebnisrechnung (Gewinn- und Verlustrechnung) als Aufwand berücksichtigt, weil sie eine Verminderung des Eigenkapitals darstellt und deshalb im externen Rechnungswesen zu berücksichtigen ist. Alle kalkulatorischen Kosten werden dagegen in der KLR als Teil des internen Rechnungswesens berücksichtigt und sind bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu verwenden.

kalkulatorische Zinsen
Zinsen, die den Nachteil der Kapitalbindung des Anlagevermögens messen und die deshalb bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Alternativen ebenso zu berücksichtigen sind wie bei der Kalkulation von Gebühren oder Preisen. Denn in Höhe des Wertes der Anlagevermögens hätte man sonst Geldvermögen, das zinsbringend angelegt werden könnte. Kalkulatorische Zinsen sind dann "Opportunitätskosten". Sind Investitionen durch Kredite finanziert, entstehen Zinsen für Fremdkapital. Die Finanzierungsstruktur ist Grundlage für die Festlegung des Zinssatzes, mit dem der Wert des Anlagevermögens zu verzinsen ist, entsprechend der Diskontierung von Zahlungen bei der Kapitalwertmethode (Einzelheiten).

Mängel der Kameralistik:
Das unwichtige Detail wird präzise (fehl-) gesteuert, die politisch bedeutsamen Entscheidungen treffen Regierung und Verwaltung im Rahmen eines unzureichenden Steuerungssystems mit Anreizen zu falschem Verhalten; das Parlament will gar nicht wissen, was erreicht werden soll und erreicht worden ist, und erfährt es auch nicht!  Mehr ...

Kameralistik
Das traditionelle Rechnungssystem der öffentlichen Verwaltung im Gegensatz zur Doppik, der kaufmännischen doppelten Buchführung. Es beschränkt sich auf den Nachweis von Einnahmen und Ausgaben (Ressourcen-Input), erfasst nicht den Output (Art und Zahl der Produkte) und auch nicht Wertveränderungen durch Ressourcenverbrauch, das Vermögen oder die Effizienz der Mittelverwendung. Um Ressourcenverbrauch und Effizienz zu erfassen, wird die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) benötigt, insgesamt eine doppische Verbundrechnung (siehe Doppik). KLR

Kapazität
Leistungsfähigkeit einer Einheit in einem bestimmten Zeitabschnitt (Leistungspotenzial, unabhängig von der tatsächlichen Leistung); Aufnahmefähigkeit, Fassungsvermögen; auch: hervorragender Fachmann. Da Kapazität die Bereitstellung aller Faktoren für die Leistung bedeutet, verursacht sie Fixkosten und stellt sich das Problem einer optimalen Auslastung.

Kapitalwertmethode (Barwertmethode, Discounted Cash Flow Method)
dynamisches Verfahren der Investitionsrechnung, das Alternativen nach ihren finanziellen (kostenmäßigen) Folgen bewertet, indem alle Aus- und Einzahlungen (bzw. Einsparungen) auf den Zeitwert (= "Barwert") zu Beginn der Investition abgezinst werden. Mehr ... , Abzinsungstabelle (Abzinstabelle, Zinseszinstabelle) sowie die Arbeitsanleitung des BMF für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen.

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Kategorischer Imperativ
Von Immanuel Kant formulierte und weithin als Grundnorm für ethisches/moralisches Handeln akzeptierte Forderung:

"Handle so, dass die Maxime Deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." (Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, 1788, S. 54)

Eine (nur) scheinbar einfache Forderung, die unmittelbaren Ertrag bringt, sie wäre auch in der aktuellen Finanzkrise verwendbar (regele das Verhalten auf den Finanzmärkten so, dass sie auch noch funktionsfähig sind, wenn sich alle so verhalten wie einzelne Marktteilnehmer (z. B. Hedgefonds)).

Wiedergegeben ist die spätere - etwas einfachere - Formulierung aus der "Kritik der praktischen Vernunft" (1788, S. 54). Die usprüngliche Formulierung (Grundlegung der Metaphysik der Sitten, 1786, S. 52) lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Der "kategorische Imperativ" ist als Prüfstein für ethisch verantwortliches Handeln in den unterschiedlichsten Zusammenhängen verwendbar, z. B. indem Planungen, Entscheidung, Organisation (oder der Verzicht darauf) auf ihre Folgen hin untersucht werden. Er fundiert Good Governance. Bezieht man die zeitliche Dimension mit ein, ergibt sich daraus das Prinzip der Nachhaltigkeit. Das von Kant für die Herleitung und Begründung verwendete Instrument des Gedankenexperiments ist ein leistungsfähiges Werkzeug für die Überprüfung von Handlungen und Handlungsmaximen (es war auch das Werkzeug, mit dem Albert Einstein seine Relativitätstheorie entwickelte).

Siehe auch den modernen Imperativ von Hans Jonas:

„Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden."

Damit wird die Nachhaltigkeit zur zentralen Handlungsorientierung auch in ethischer Hinsicht.

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KBSt
Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung im Bundesministerium des Innern. Website http://www.kbst.bund.de.

Besser keine Kennzahlen
als die falschen!

Mit Kennzahlen sollte gemessen werden, wovon man mehr oder weniger haben will.

Kennzahlen / Kennzahlenwert Ausführlich ...
Allgemein: quantitative Informationen mit besonderer Aussagekraft, z. B. über Zustände, Eigenschaften, Leistungen oder Wirkungen des Systems oder der Systemumwelt, die Ziele (Soll-Werte) und die Zielerreichung (Ist-Werte), siehe operationale Ziele. Synonym: Indikator. Der Sprachgebrauch ist nicht einheitlich, z. T. werden nur Zahlen mit Relevanz für die Zielerreichung als Kennzahlen bezeichnet, bzw. wird "Indikator" als "Kennzahl" mit besonderen Eigenschaften verstanden. Kennzahlenwert ist der Zahlenwert mit Maßeinheit. Beispiel: "Kosten pro Antrag" ist die Kennzahl, "125 €/Antrag" der Kennzahlenwert für Anträge der Arbeitseinheit X im Jahr Y.

Kennzahlen sind ein unverzichtbares Element wirksamen Managements: Sie ersetzen intuitive Urteile durch nachprüfbare Daten. Sie machen eine komplexe Realität überschaubar, sensibilisieren für Aspekte, die sonst nicht wahrgenommen werden würden, präzisieren Ziele und erlauben die Beurteilung der Zielerreichung. Sie sind Grundlage für informierte Managemententscheidungen, Controlling und Leistungsvergleiche (Benchmarking). Für die Verwaltung sind sie unverzichtbar um die Erfüllung der verfassungsrechtlichen Verpflichtung zu wirtschaftlichem Handeln (Art. 114 II GG) erkennen und nachweisen zu können. Beachte: "Daten sprechen nicht", Kennzahlenwerte bedürfen immer der Interpretation. Mehr ... sowie Ziele und Kennzahlen, Grundzahlen, IKO-Netz.

Kernkompetenz
Fähigkeit, etwas besser zu können als andere, für das es einen Markt (für die öffentliche Verwaltung: ein Bedürfnis) gibt. Darin liegt ein strategischer Vorteil, weshalb die "Konzentration auf die Kernkompetenz(en)" eine häufige Unternehmensstrategie vor allem in schwierigen Zeiten ist. Übertragen auf die öffentliche Verwaltung ... Mehr ...

Kernprozesse/Kernprozess
Prozesse zur Erzeugung der wesentlichen externen Produkte, im Unterschied zu Unterstützungs- und Führungsprozessen. Die Kernprozesse erbringen die eigentliche Wertschöpfung, für die öffentliche Verwaltung: sie dienen unmittelbar der Auftragserfüllung und rechtfertigen damit ihre Existenz. Sie sollten deshalb auch der Kernkompetenz entsprechen. Die Definition hat Bedeutung für KLR und Controlling und die Geschäftsprozessoptimierung, die auch noch weitere Prozesse unterscheidet: Gelegenheitsprozesse, Hebelprozesse.

KGSt - Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement
Die von Städten, Gemeinden und Kreisen gemeinsam getragene KGSt ist "Entwicklungszentrum des kommunalen Managements" (so die Selbstdarstellung) . Sie wurde 1949 in Köln als privatrechtlicher Verein gegründet und hat Management und Organisation der Städte und Gemeinden nach dem 2. Weltkrieg maßgeblich geprägt. Der Beginn des Reformprozesses in Deutschland nach dem Neuen Steuerungsmodell geht wesentlich auf ihre Initiative zurück. Kurzdarstellung der KGSt, KGSt-Website

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KLR »Kosten- und Leistungsrechnung

KMU
Abkürzung für "Kleinere und mittlere Unternehmen", heute meist in der in der EU geltenden Definition verwendet. Mehr ...

kognitiv
das Denken und Erkennen betreffend (im Gegensatz zu affektiv - Gefühle und Einstellungen betreffend)

Kommunikation
Übermittlung von Informationen und Nachrichten vom Sender zum Empfänger. Technisch wird der Prozess der Kommunikation als Phasenschema dargestellt:

Phasenschema der Kommunikation
1
2
3
4
5
Information
Nachricht
Kanal
Nachricht
Information
Sprache
Zeichen
Signale
Zeichen
Sprache

Zwischen den Phasen findet jeweils eine Umwandlung statt, die misslingen kann: sie kann dazu führen, dass der Empfänger nicht die Information erhält, die er erhalten sollte. Probleme der informationstechnischen Kommunikation sollen u. a. durch genormte Definitionen vermieden werden, wie sie z. B. das OSI-7-Schichten-Modell bereitstellt.

Menschliche Kommunikation ist noch einmal komplizierter, Grundstruktur und Probleme werden heute oft unter Verwendung des von Schulz von Thun entwickelten Konzepts (u. a. mit dem "Kommunikationsquadrat") beschrieben.

Kompetenz
"Dürfen" (Zuständigkeit, Befugnis) oder "Können" (Fähigkeit), je nach Zusammenhang:

1. Zuständigkeit = Berechtigung und Verpflichtung zum Tätigwerden ("formale Kompetenz"); Befugnis, (z. B. für Entscheidungen, Zeichnungsrecht): Kompetenz im organisatorischen, organisations-, verfahrens- oder prozessrechtlichen Sinne.

2. "Fachliche" Kompetenz von Organisationen (Unternehmen, Behörden) als Fähigkeit zur Wahrnehmung von Aufgaben / Erbringung von Leistungen; dafür reicht Zuständigkeit nicht aus, Voraussetzungen sind z. B. entsprechende Ressourcen, Prozesse und Strukturen und andere Faktoren organisatorischer Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bereich der »Kernkompetenz. Fachliche Kompetenz in diesem Sinne kann z. B. bei wissenschaftlichen Einrichtungen im Bereich Umweltschutz, Gesundheit, Arbeitsmarktpolitik usw. vorliegen, die aber keine Handlungsbefugnisse haben.

Kompetenz-Matrix
(als Beispiel einer Portfolioanalyse)
 
Dürfen Handlungsempfehlungen
zuständig
externen Sach-
verstand nutzen
selbst handeln/ entscheiden
nicht handeln ggf. beraten
nicht zuständig
Können nicht fähig fähig
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3. (besondere) Fähigkeit von Menschen: Handlungsfähigkeit, Sachkunde/Befähigung, unabhängig von formaler Zuständigkeit, auf der Grundlage von Wissen, Fertigkeiten, Erfahrung und Einstellungen: siehe Definition "Kompetenz" im Bildungsbereich, Befähigungs-/Kompetenzbereiche von Mitarbeitern. Jemand kann fachlich kompetent, aber unzuständig (= "inkompetent") sein, und umgekehrt. Damit ergeben sich die in der Kompetenz-Matrix dargestellten Handlungsempfehlungen. Mehr ... (Kompetenz-/Potenzialbereiche von Beschäftigten)

4. Kompetenz im Bildungsbereich, als Bildungsziel: Erwerb von Handlungsfähigkeit ("Können"), nicht lediglich von Wissen ... Mehr ...

Die Aussage, etwas sei "komplex", kann auch "nicht verstanden", "nicht beherrschbar", "nicht diskutierbar" bedeuten.

Komplexität
Eigenschaft eines Systems (auch: einer Organisation, einer Gesellschaft, eines gesellschaftlichen Teilsystems), durch die Menge der Verknüpfungen zwischen seinen Elementen in seinem Verhalten nur schwer beschreibbar und vorhersagbar zu sein. Komplexität entsteht also nicht durch die Vielzahl der Elemente, sondern der Verknüpfungsmöglichkeiten (zwischen einer möglicherweise begrenzten und überschaubaren Zahl von Elementen). Davon zu unterscheiden ist Kompliziertheit. Siehe dort zu Unterschied und Bedeutung auch für die Praxis, ferner System, Emergenz, Autopoiese, Chaostheorie.

Komplexität ist eine Kategorie, die in Theorie und Praxis oft nicht beachtet wird: man geht, zumeist unrefklektiert, von grundsätzlich vollständiger Information und der Beherrschbarkeit der Wirklichkeit aus, und versteht praktische Lösungen nicht auch als Antwort auf das Problem des Handelns unter den Bedingungen unvollständiger Information und begrenzter Problemverarbeitungskapazität, übersieht also die Notwendigkeit einer Reduktion von Komplexität. Bewusst aufgegriffen wird die Problematik dagegen in der System- und der Chaostheorie. Zur Bedeutung für die politische Planung siehe grundlegend den Beitrag von Scharpf, Fritz W.: Komplexität als Schranke der Politischen Planung. In: Politische Vierteljahresschrift Sonderheft 4/1972, S. 168-192.

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Komplexität in dem Erleben des Einzelnen kann mit Luhmann (Rechtssoziologie, 1972, S. 31) dahin verstanden werden "dass es stets mehr Möglichkeiten gibt, als aktualisiert werden können. [...] Komplexität heißt also praktisch Selektionszwang". Dieser Zwang wird umso bedeutender, als "Kontingenz" besteht: die Dinge können auch anders sein, sich anders entwickeln, als erwartet. Die Selektion (Entscheidung unter mehreren Möglichkeiten) bei "Kontingenz heißt praktisch Enttäuschungsgefahr und Notwendigkeit des Sicheinlassens auf Risiken." (Luhmann, ebd.)

Kompliziertheit
Eigenschaft eines Systems (auch: einer Organisation, einer Gesellschaft, eines gesellschaftlichen Teilsystems), durch die Vielzahl seiner Elemente in seinem Verhalten schwer beschreibbar und vorhersagbar zu sein. Erfolgreiche Systeme zeichnen sich eher durch Komplexität als durch Kompliziertheit aus. Denn auf Komplexität als strukturierte Vielfalt lässt sich mit leistungsfähigeren Mitteln reagieren (Reduktion von Komplexität z. B. durch Regeln, Normen, Marktmechanismen, Selbstorganisation, usw.), auch wenn dies schwierig ist (vgl. "Ashby's Law": Lösungssysteme müssen dieselbe Variabilität zulassen wie die Probleme, die gelöst werden sollen). Für soziale Systeme, Organisationen, Verwaltungen, Unternehmen ist es deshalb wichtig, Kompliziertheit zu vermeiden, weil die Bewältigung von Kompliziertheit viel aufwändiger ist als die Beherrschung von Komplexität.

Fortschritt ist der Weg vom Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen.
Kurt H. Biedenkopf, 1994

Der Unterscheidung zwischen Komplexität und Kompliziertheit ist auch Grundlage der These: "Fortschritt ist der Weg vom Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen" und der daran anknüpfenden Überlegungen für die Bewältigung gesellschaftlicher Probleme von Kurt H. Biedenkopf im Informatik-Spektrum 1994, 82-86.

Kongruenzprinzip (= AKV-Prinzip)
Organisatorische Forderung, wonach Aufgabe, Entscheidungsbefugnisse ("Kompetenz") und Verantwortung übereinstimmen sollen. Folge ist insbes. Delegation von Befugnissen (vor allem: des Zeichnungsrechts) und damit von Verantwortung (mit der Folge unterschiedlicher Arten von Verantwortung). Das Kongruenzprinzip ist heute nach den Konzepten für eine neue/moderne Verwaltungsführung (NSM / WoV) zu erweitern um die Ressourcenverantwortung und damit die volle Produktverantwortung auf der dafür angemessenen Handlungsebene.

Konkurrenz »Wettbewerb

Konnexität, Konnexitätsprinzip
"Wer bestellt, zahlt" - Prinzip, das vor allem im Verhältnis zwischen Verwaltungsebenen regelt, dass derjenige, der einem anderen Verwaltungsträger Aufgaben zuweist oder ihre Ausführung regelt, die dadurch entstehenden, nicht durch Einnahmen/Erträge gedeckten Kosten zu tragen hat - oder zumindest eine Kostenregelung treffen muss. Wichtig ist dieses Prinzip

Ein nicht gelösten Problem ist dabei, was die "bei wirtschaftlicher Verwaltungstätigkeit entstehenden notwendigen, durchschnittlichen Kosten" sind: umfasst dies auch "Qualitätskosten", ... Mehr ...

Ein Verstoß gegen das - richtige - Prinzip der Konnexität liegt in den Kostenregelungen bei Amtshilfe... Mehr ...

kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) (jap.: Kaizen)
Ständiger Prozess zur Verbesserung der Leistungserstellung, der Kundenbetreuung, des Umfeldes, der Situation der Mitarbeiter oder anderer relevanter Faktoren des betrieblichen Geschehens nach dem Motto: "Viele kleine Schritte ergeben einen großen Schritt". Dazu werden entsprechende Prozesse eingerichtet, die in festgelegten Perioden durchlaufen werden, und die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Beteiligung der Mitarbeiter an Verbesserungen geschaffen. Wichtiges Element des Umfassenden Qualitätsmanagements TQM.

Kontraktmanagement: Steuern mit Zielvereinbarungen

Kontrolle
Überprüfung des Verhaltens und/oder des Ergebnisses mit dem Ziel der Einwirkung auf das Verhalten (von Menschen, Organisationen oder technischen System). Bei der Kontrolle findet ein Soll/Ist-Vergleich statt. Kontrolle darf nicht mit Controlling verwechselt werden: Kontrolle ist nur eine Controlling-Funktion.

Kontrolle ist gut, Beratung ist besser!

Da Kontrolle in der Regel nachträglich stattfindet, ist die Steuerungswirkung begrenzt. Auch die Effizienz der Kontrolle wird oft falsch eingeschätzt: durch klare Vorgaben, auch für die Prozesse, und Beratung bei der Umsetzung der Vorgaben und/oder Standards unter Wahrung der Interessen des Kontrollierten, auch durch die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit, kann u. U. mehr erreicht werden - und mit weniger Kosten - als durch (externe) Kontrollen, die wegen des Aufwandes (der Kontrollkosten) oft nicht mit ausreichender Kontrolldichte durchgeführt werden.

Wesentliche Wirkungen kann auch die Definition von Standards kombiniert mit einer Möglichkeit der Zertifizierung haben.

Die Nutzung derartiger Instrumente (Stärkung der Eigenverantwortung, Definition von Standards, Möglichkeit der Zertifizierung, Beratung bei der Erfüllung aller Anforderungen) ist ein typisches Element von Wirkungsorientierter Verwaltungsführung.

Kontrolldimensionen
Fragerichtungen einer Kontrolle, Unterscheidung nach der Grundsätzlichkeit und Tragweite der Kontrolle, entsprechend den Managementebenen (operativ bzw. strategisch). Unterschieden werden können folgende drei Kontrolldimensionen:

Kontrolldimension Erläuterung
 
1. Ist der Soll-Zustand erreicht? Soll-Ist-Vergleich. Weitere Prüfdimension: War das Handeln der kontrollierten Einheit für den erreichten Zustand ursächlich? (Eher operative Fragestellung)
2. Sind die Ziele erreicht? Ziele und Soll-Zustand sind nicht identisch, Soll-Zustand ist die Durchführung der festgelegten Maßnahmen zur Zielerreichung oder die Erreichung der Vorgabewerte, die als Messgrößen für die Zielerreichung definiert wurden. Ergebnis kann sein, dass die Maßnahmen / Vorgabewerte nicht geeignet waren, die Ziele zu erreichen. (Eher strategische Fragestellung)
3. Waren es die richtigen Ziele? Überprüfung der Ziele im Hinblick auf übergeordnete Ziele/Werte und weitere Zieldimensionen (Risiken und Nebenwirkungen). (Strategische Fragestellung, Frage nach Wirkung/Outcome)
Kontrolldimensionen. Version 1.0 - © Krems - olev.de - 2009-03-09

Konzern
Zusammenfassung von Firmen/Unternehmungen mit definierter Selbständigkeit; Modell der Neugestaltung von Verwaltungsbereichen, z. B. einer Stadt, zur Entlastung der Managementebene (der Politik und Verwaltungsleitung) von Detailentscheidungen. Die Steuerung findet vor allem durch Zielvereinbarungen statt. »Neues Steuerungsmodell

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Kooperation
Zusammenarbeit aufgrund eigener Entscheidung, wobei sich die Beteiligten miteinander abstimmen und bei Bedarf Kompromisse schließen.

kooperativer Führungsstil
Führungsstil, bei dem die Mitarbeiter an Führungsentscheidungen weitgehend beteiligt werden, Entscheidung und Verantwortung aber beim Vorgesetzten bleiben; Merkmale: frühzeitige und umfassende Information der Mitarbeiter, Gelegenheit zu Diskussion und Meinungsäußerung, Begründung getroffener Entscheidungen, soweit erforderlich.

Koordination
Abstimmung und Steuerung, insbesondere von arbeitsteiligen Prozessen auf die wechselseitigen Anforderungen und/oder Ausrichtung der Aktivitäten der Organisationsmitglieder auf die Organisationsziele. Koordination ist das Folgeproblem der Arbeitsteilung und gilt als zweites Hauptproblem der Organisation, dessen Stellenwert in der traditionellen Verwaltung oft ebenso wenig erkannt wird wie das der Prozessorganisation (= Ablauf-)organisation.

Nach Ablauf und Ergebnis werden negative und positive Koordination unterschieden: Mehr ...

Koordinationsinstrumente
Regelungen oder Maßnahmen, die für die Koordination verwendet werden können, z. B. (Einzel-) Weisungen, Pläne, Verfahrensrichtlinien, Prozessorganisation bis hin zur Systematisierung aller Prozessen im Rahmen von Qualitätsmanagement, Mitzeichnung, aber auch Leitbilder, Zielvereinbarung, ferner die Schaffung von Abstimmungsgremien oder die Projektorganisation (dazu genauer: Projekt und alternative Handlungsformen). Nicht-strukturelle Koordinationsinstrumente (Kieser-Kubicek) sind z. B. Rotation, weil sich durch den Arbeitsplatzwechsel die Verständigungsmöglichkeit in einer Organisation verbessert. Koordinationsleistungen erbringen aber auch Märkte zwischen den Marktteilnehmern. In moderner Sichtweise können auch interne Märkte bestehen. Die Schaffung von Märkten und damit von Wettbewerb ist ein wichtiges Instrument der Verwaltungsmodernisierung (Neues Steuerungsmodell, aktivierender Staat). Siehe auch Koordinationskosten.

Koordinationskosten
Der in der Praxis oft unterschätzte Aufwand der Abstimmung und Steuerung arbeitsteiliger Prozesse, einschließlich der Kosten unterbliebener Koordination und damit der unproduktiven Arbeit, vermehrter Fehler usw. Moderne Steuerungsinstrumente versuchen, diesen Aufwand z. B. durch vermehrte Globalsteuerung (Zielvereinbarungen, Budgetierung usw.) zu verringern. Die Abwägung zwischen Koordinations- und Transaktionskosten ist wichtig für die Frage der Privatisierung.

Der volkswirtschaftliche Schaden durch Korruption ist ungleich größer als die erlangten persönlichen Vorteile:

sie führt zu sachfremden Entscheidungen, damit zu Ineffizienz und dramatischen Wohlstandsverlusten.

Korruption
Missbrauch eines Amtes, um einen Vermögensvorteil zu erlangen (für sich selbst oder für einen anderen). Korruption verletzt die grundlegende Trennung von Amt und Person des Amtswalters, wie sie mit der Herausbildung der Bürokratie entstanden und Voraussetzung für die Leistungs- und Funktionsfähigkeit einer modernen (öffentlichen wie privaten) Verwaltung ist: für fremde Zwecke übertragende Befugnisse werden für persönliche Vorteile missbraucht. - Korruption verursacht Ineffizienz und Vergeudung knapper Ressourcen, weil Entscheidungen nach sachfremden Kriterien getroffen werden. Die Vermeidung von Korruption (und damit Vermeidung von Fehlanreizen, ineffizienten Entscheidungen und Strukturen ...) ist deshalb entscheidend für die Leistungsfähigkeit von Politik und Verwaltung ... Mehr ..., Good (Public) Governance, Verwaltungsethik, Whistleblowing.

Kosten
negative Auswirkungen auf das Vermögen, "Wertverzehr" im Unterschied zu "Ausgaben" in der kameralistischen Haushaltsführung:

in Geld bewerteter Verbrauch von Produktionsfaktoren: Arbeitsleistung, Betriebsmitteln und Werkstoffen und/oder von Dienstleistungen Dritter (einschließlich der dabei ggf. anfallenden öffentlichen Abgaben) bei der Erfüllung der Aufgaben (Erstellung und Abgabe von Leistungen). Im Rahmen der Kostenrechnung: betriebsbedingter und betriebstypischer Wertverzehr während einer Rechnungsperiode.

Merke: Kosten sind nicht an Ausgaben gebunden: die Inanspruchnahme vorhandener Ressourcen (Arbeitszeit, Material, Räume) verursacht immer Kosten, auch wenn damit keine im Haushalt zu verbuchende Ausgaben verbunden sind: auch "eh-da-Kosten" sind Kosten!

"Kosten" ist ein Zentralbegriff für die Wirtschaftlichkeit der Verwaltung und im Rahmen modernen Steuerung, weil damit nicht Einnahmen und Ausgaben, also Zahlungsvorgänge, sondern die tatsächlichen Wertveränderungen erfasst werden. "Vom Geldverbrauchs- zum Ressourcenverbrauchskonzept" ist deshalb auch der Titel des KGSt-Berichts Nr. 1/1995, der die zentrale Botschaft für die Neuorientierung des Umganges mit Ressourcen auf eine kurze Formel brachte.

Kosten können ermittelt werden für einzelne betriebliche Aktivitäten (z. B. Stückkosten) und/oder pro Zeiteinheit (Jahreskosten); die Gesamtkosten einer Institution pro Rechnungsperiode ergeben den Aufwand.

Weitere Stichwörter: Teilkosten, Vollkosten, Einzelkosten, Gemeinkosten, Fixkosten, variable Kosten. Zuordnung der Kosten siehe Kostenrechnung. Siehe auch die Definitionen im Handbuch der Standard-KLR des Bundes.

Kostenarten
"Welche" Kosten sind angefallen, gegliedert insbesondere nach Personal- und nach Sachkosten mit weiteren Untergliederungen, insbesondere kalkulatorische Kosten (Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen). Die Kostenartenrechnung gibt wichtige Informationen über die Struktur der Kosten und damit über die Möglichkeiten zur Beeinflussung der Wirtschaftlichkeit, unterstützt z. B. durch eine ABC-Analyse (welche Kostenarten / welche Veränderungen sind wie bedeutsam?).

Die Darstellung erfolgt hierarchisch nach Gliederungsebenen, z. B. nach Kontenklasse (z. B. Sach-, Kapital- und Risikokosten), Kostenart (z. B. Büro- und Verwaltungskosten), Unterkostenart (z. B. Geschäftsbedarf), so das Referenzmodell des BMI.

Kostendeckungsgrad
prozentuales Verhältnis von Einnahmen (bzw. Erlösen) zu Kosten; übersteigt der Kostendeckungsgrad 100%, entsteht Gewinn, unter 100% ein Verlust bzw. Fehlbetrag/Zuschussbedarf. Dabei ist allerdings eine wichtige Frage, ob mit Voll- oder Teilkosten gerechnet wird, s. Deckungsbeitrag. Der Kostendeckungsgrad ist eine der üblichen Kennzahlen zum Zielfeld "Finanzen". Bei Gebühren darf die öffentliche Verwaltung maximal Kostendeckung erreichen, da sie in diesen Fällen aufgrund Sonderrechts handelt und ihre Sonderstellung nicht zur Gewinnerzielung ausnutzen darf.

Kosten-Nutzen-Analyse (KNA)
Verfahren der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, das die Kosten einer Maßnahme mit den voraussichtlichen Wirkungen, in Geld bewertet, vergleicht. Es ist als Instrument zur Bewertung der volkswirtschaftlichen Auswirkungen öffentlicher Maßnahmen enstanden, wird z. T. aber auch in der Privatwirtschaft verwendet, wenn es um die Bewertung von Maßnahmen geht, deren Folgen nicht ohne weiteres nur monetär bewertet werden können (z. B. Umweltschutzmaßnahmen, Maßnahmen zur Förderung der Unternehmenskultur, des Arbeitsklimas, Sozialstandards im Interesse der langfristigen Sicherung der Personalgewinnung und -erhaltung, usw.). Englisch: Cost Benefit Analysis, CBA.

Verglichen werden können Bau-, Planungs-, Entwicklungs- oder sonstige Vorhaben, Maßnahmen im Rahmen der Entwicklungshilfe, usw. Die Bewertung erfolgt monetär, d. h. sowohl Kosten wie Nutzen werden in Geld bewertet, auf einen einheitlichen Zeitpunkt umgerechnet (abgezinst) und mit einander verglichen: die Maßnahme ist dann vorteilhaft (= "wirtschaftlich"), wenn sich ein Überschuss ergibt.

Das Verfahren ist auch für den Vergleich von Alternativen geeignet: die Alternative ist vorzuziehen, die den größten Überschuss oder das geringste Defizit erreicht. Zu beachten sind die Fehlergrenzen dieses Verfahrens, da die Rechengrößen erhebliche Unsicherheiten aufweisen.

Vorbildliches Vorgehen zur volkswirtschaftlichen Bewertung enthält z. B. das Instrumentarium der Schweizer Bundesverwaltung für die Bewertung umweltpolitischen Maßnahmen.

Zur Frage, mit welchen Diskontraten die zeitlich unterschiedlich anfallenden Werte vereinheitlich werden sollen siehe die Thesen zur Festlegung von Diskontraten für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen m. w. N.

Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) (richtiger: Leistungs- und Kostenrechnung) Ausführlich ...
Systematische Erfassung und Darstellung

gegliedert nach Zeitabschnitten (Monate, Quartale, Jahre) und mit einer Gegenüberstellung von Plan- und Ist-Daten.

Vorrangiges Ziel ist Kosten-, Leistungs- und Wirkungstransparenz und damit die Umstellung auf Output- und Outcome-Steuerung entsprechend dem Konzept einer Neuen Verwaltungsführung:

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Kosten- und Leistungsrechnung als Teil des Instrumentariums
im New Public Management (eigene Darstellung)

Mehr ...

Kostenrechnung
Systematisierte Erfassung und Darstellung der Kosten nach Kostenarten (welche Kosten sind angefallen?), Kostenstellen (wo sind sie entstanden? - Zuordnung zu Organisationsbereichen) und Kostenträgern (wofür sind sie angefallen) - Zuordnung zu Produkten/Dienstleistungen. Den Kosten sind die Leistungen gegenüber zu stellen: Kosten- und Leistungsrechnung, zusätzlich ist die Erfassung der Wirkungen durch eine Wirkungsrechnung erforderlich, weil erst damit beurteilt werden kann, ob die Verwaltung ihren Auftrag erfüllt und "ihr Geld Wert ist". »Wirtschaftlichkeit, Effizienz.

Kostenrechnung im Überblick

Mundhenke: KLR in der Bundesverwaltung. 2003

Ein anschauliches Beispiel für Kostenrechnung hat die Bildungsdirektion des Kantons Zürich im Internet bereit gestellt: Kostenrechnung im Bereich Bildung. Ein Anwendungsbeispiel des New Public Management, Zürich 2002: Online-Quelle / Online-Archiv.

Kostenstelle
Ort der Entstehung von Kosten ("Wo"), d. h. die Organisationseinheit; das kann ggf. auch ein Projekt als zeitlich befristete Kostenstelle sein. In der öffentliche Verwaltung sollte die Kostenstelle auch die Verantwortung für die Leistungen übernehmen und entsprechend benannt werden (im Land Berlin heißt sie deshalb "Leistungs- und Verantwortungszentrum", LuV).

Kostenträger
Verursacher der Kosten ("Wofür"), d. h. das Produkt bzw. Teilprodukt/die Leistung (je nach Gestaltung der KLR). Damit liefert die Kostenträgerrechnung auch die Daten für die wichtige Kennzahl " Stückkosten".

Kostenvergleichsrechnung (KVR)
Bewertungstechnik, statisches Verfahren der Investitionsrechnung, das die Kosten von Alternativen als Durchschnittskosten pro Jahr vergleichbar macht. Sie ist relativ einfach anzuwenden, erlaubt, allein verwendet, eine Entscheidung zwischen Alternativen aber nur dann, wenn die Voraussetzungen des Minimalprinzips vorliegen, die Alternativen also den gleichen Nutzen aufweisen. Sonst ist ggf. noch eine Nutzwertanalyse und eine Gesamtwürdigung von Nutzen und Kosten der Alternativen erforderlich, s. Wirtschaftlichkeit. Mehr ... (Muster einer KVR)

Kosten-Wirksamkeit (cost-effectiveness)
Verhältnis der Wirksamkeit im Sinne von Outcome als besonderer Aspekt der Wirtschaftlichkeit zum Ressourcenverbrauch, z. B. was kostet die Verringerung der Zahl von Unfalltoten um x Fälle, die Steigerung der Alphabetisierungsquote der Bevölkerung in der Region X in Bangladesch um y%. Mehr ...

Kosten-Wirksamkeits-Analyse (KWA)
Verfahren der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, das die Kosten einer Maßnahme den voraussichtlichen Wirkungen gegenüber stellt, wobei die Wirkungen nicht monetär bewertet werden wie bei der Kosten-Nutzen-Analyse, sondern durch eine Nutzwertanalyse mit anderen Handlungsalternativen verglichen werden. Die Bewertung der Lösungen kann als Portfolioanalyse dargestellt werden oder als Kosten pro Wirkungseinheit, z. B. Kosten pro Absolvent einer Schule, pro Prozentsatz der Steigerung der Alphabetisierung, der Senkung von Krankheits- oder Todesraten, usw. Zu beachten sind die Fehlergrenzen dieses Verfahrens, da die Rechengrößen erhebliche Unsicherheiten aufweisen. Deshalb ist eine Sensibilitätsanalyse empfehlenswert, um das Ergebnis abzusichern. Englisch: Cost Effective Analysis, CEA.

KPI - Key Performance Indicators
"Schlüsselindikatoren", Kennzahlen, die zusammenfassend oder prägnant den Stand kritischer Erfolgsfaktoren (Faktoren für künftigen Erfolg, Leistungstreiber) abbilden. Da sie für den Erfolg in der Zukunft verantwortlich sind, werden sie auch "Frühindikatoren" genannt, im Gegensatz zu den üblichen finanziellen Erfolgskennzahlen, die als Spätindikatoren das Ergebnis der Entscheidungen in der Vergangenheit anzeigen. KPI sind deshalb ein Kernelement des Konzepts der Balanced Scorecard, aber auch der TQM-Konzepte, z. B. des EFQM-Modells für umfassendes Qualitätsmanagement.

Im Controlling allgemein: Schlüsselindikatoren, die die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Erfolg abbilden und damit Einzelentscheidungen und längerfristig wirkende Maßnahmen (Planung, Organisation, Management) und kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen ermöglichen (im Unterschied zum BSC-Konzept nicht nur "Frühindikatoren").

In der öffentlichen Verwaltung gibt es keinen einheitlichen Sprachgebrauch, diskutiert wird die Konzentration von Kennzahlen auf Schlüssel- oder Kernkennzahlen (siehe das Projekt "KiK - Kernkennzahlen in der Kommunalverwaltung" der Bertelsmann-Stiftung (jetzt integriert in das Projekt "Kommunal KOMPAKT! ", Online-Quelle)), es sei denn, dass durch die Verwendung des Konzepts der Balanced Scorecard oder des EFQM-Modells "KPI" ebenfalls die oben genannte Bedeutung erhält.

Kreativität
schöpferisches, erfinderisches Denken bzw. Denkvermögen, d. h. die Fähigkeit zur Entwicklung neuartiger Gedanken und/oder Gedankenverbindungen bzw. Problemlösungen, die bisher nicht bekannt und auch nicht aus vorhandenen Erkenntnissen nach vorgegebenen Regeln (analytisch) ableitbar sind. Externer Link: Brodbeck, Glossar zur Kreativität

Kreativitätstechniken
Techniken zum Entwickeln bzw. Auffinden neuartiger Ideen, »Kreativität, z. B. »Brainstorming.

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Kriterium
Prüfpunkt, Beurteilungsmaßstab; "Kennzahlen, »Indikator, »Ziel

KTQ
Abkürzung für "Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen", eine Gemeinschaftsinitiative von Verbänden des Gesundheitswesens auf Bundesebene. Das Qualitätsmanagement-Konzept der KTQ nimmt wesentliche Aspekte des Qualitätsmanagements nach ISO 9000/9001 auf, einschließlich der Zertifizierung, aber krankenhaus- und patientenspezifisch konkretisiert und ergänzt ... Mehr ...

Kultur  »Unternehmenskultur

Kunde/Kundin
Der Nachfrager nach und Abnehmer eines Produktes, d. h. auch einer Dienstleistung. Lieferant/in ist derjenige, wer das Produkt dem Kunden liefert (je nach Art des Produktes und der Vereinbarung durch Bereitstellung, Übergabe oder auf andere Weise). Kunden können intern oder extern sein, so haben insbesondere die Querschnittseinheiten (Haushalt, Personal usw.) "interne" Kunden. Diese Kundenstruktur ... Mehr ...

Kundenbefragung / Kundenmonitor / Kundschaftsbefragung
Systematische Erhebung und Auswertung der Meinung der externen oder internen "Kunden" bzw. der Adressaten des Verwaltungshandelns darüber, ob die Leistungen bedarfsgerecht, qualitativ gut und zeitgerecht sowie in Art und Weise angemessen erbracht worden sind (Servicequalität). Sie sind eine wichtige Informationsgrundlage insbesondere da, wo keine marktähnlichen Reaktionen zu erwarten sind, Qualität, Service und Wirkungen also nur über Kundenbefragungen ermittelt werden können. Wird die Einschätzung der Kunden regelmäßig und vergleichbar erhoben, spricht man auch von Kundenmonitor. Mehr ...

Kundenzufriedenheit
Zufriedenheit mit der Leistung nach Qualität und Preis (bzw. Gebührenhöhe) und/oder mit Art und Weise der Erbringung der Leistung (Servicequalität). Die Zufriedenheit der Kunden ist differenzierter, weil z. B. die Erfüllung von Mindestanforderungen nicht "zufrieden" macht: siehe das Kano-Modell der Kundenzufriedenheit.

Wichtige Informationsquellen sind Kundenbefragungen, auch im Vergleich zu anderen (Benchmarking), die Auswertung der Kundenbeschwerden sowie die Analyse von Kosten, die mit negativen Kundenreaktionen zusammenhängen (Kosten der Garantie- und Kulanzleistungen, Kosten der Rechtsbehelfe bzw. sonstiger Beschwerden/Gegenvorstellungen usw. in der öffentlichen Verwaltung).

Kundengruppen, -typen »Kunde/Kundin

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Lean Production / Lean Management
"Schlanke" Produktion bzw. schlankes Management. Konzept der Steigerung von Effizienz, oft im Sinne von Dezentralisierung, Outsourcing, flacherer Hierarchien, Leistungsverdichtung und damit weniger Personal. Das Schlagwort "Lean Production" - und andere Varianten von "Lean"-Konzepten ... Mehr ...

Lebenslagen
zentrale Lebensereignisse wie Geburt oder Hochzeit, Umzug, Schulbeginn, Themenbereiche, die Verwaltungsleistungen unterschiedlicher Art erfordern. Das Lebenslagen-Konzept will für diese Situationen alle Dienstleistungen „aus einer Hand“ bereit stellen: One-Stop-Government, wie es bereits in der Vergangenheit über Bürgerämter angestrebt worden ist, im Rahmen von E-Government aber erweitert werden kann. Das Angebot soll möglichst auch unabhängig von Zuständigkeitsgrenzen der einzelnen Träger der öffentlichen Verwaltung bestehen, z. B. können im Bürgerbüro dann auch Anträge für die Arbeitsverwaltung entgegen genommen werden. Organisatorisch umgesetzt durch Front Office (Kontaktstelle zum Bürger) und Back Office (Verwaltungsbereich, in dem die übrigen Schritte der Prozesse abgewickelt werden). Vgl. KGSt: „Lebenslagen“: Verwaltungsorganisation aus Bürger- und Kundensicht, KGSt-Bericht Nr. 5/2002, Köln 2002