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Bewertungstechnik, bei der alle nicht-monetären Vor- und Nachteile von Alternativen einheitlich als Nutzengrößen dargestellt werden. Damit können die Alternativen auch bei Zielkonflikten vergleichbar gemacht werden (vgl. das Vorgehen der Stiftung Warentest). Sie ermöglicht Entscheidungen nach dem Maximalprinzip (die Alternative mit dem höchsten Nutzwert wird gewählt), wenn keine Kostenunterschiede bestehen. Ist die "bessere" Alternative aber auch "teurer", erfolgt die Auswahl nach dem Optimalprinzip, d. h. die NWA liefert einen Beitrag für die Entscheidung nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot (s. im einzelnen unten).
Im Hinblick auf Bewertungsprobleme ist u. U. ergänzend eine Sensibilitätsanalyse (Empfindlichkeitsanalyse) erforderlich. Wirtschaftlichkeit, Arbeitsanleitung des BMF
| 2. | Weitere Informationen |
A. Kurzbeschreibung des Verfahrens (7 Stufen)[FN1]
Das Verfahren lässt sich in die folgenden 7 Stufen gliedern:
1. Alternativen auswählen:
Voraussetzung ist, dass mehrere Alternativen zur Auswahl stehen (vgl. Phase "Lösungsalternativen entwickeln" des Problemlösungsprozesses), zumindest wäre ein Vergleich zwischen dem bisherigen Zustand und der geplanten Änderung vorzunehmen.
2. Kriterien auswählen:
3.
Vorauswahl nach "KO-Kriterien":
Jede Alternative, die eine
dieser zwingenden Bedingungen nicht erfüllt, scheidet aus.
4.
Gewichtung der Kriterien:
Bedeutung der Kriterien im
Verhältnis zueinander festlegen; anders formuliert: festlegen, zu wieviel
Prozent die Entscheidung von dem jeweiligen Kriterium abhängen soll.
5. Grad
der Zielerreichung (Erfüllungsgrade[FN2]) ermitteln:
Für jedes Kriterium wird getrennt ermittelt, in welchem Ausmaß jede Alternative
das Kriterium erfüllt. Wichtig sind die in Zahlen ausgedrückten Erfüllungsgrade
der Alternativen im Vergleich zueinander, weniger wichtig sind die absoluten
Zahlen der Erfüllungsgrade.
6.
Rechnung durchführen:
Einzelnutzwerte (Nx = Gx * Ex) und
Gesamtnutzen (N = Summe der Einzelnutzen der Alternative) ermitteln.
7. Ergebnis interpretieren, ggf. Empfindlichkeitsanalyse
durchführen:
Bewertungsunsicherheiten, Fehlergrenze beachten, evtl. "Empfindlichkeitsanalyse"
(Sensibilitätsanalyse) durchführen: wie "sensibel" ist das Ergebnis gegenüber
Veränderung der Kriteriengewichtung oder des Maßstabs für die Ermittlung des
Erfüllungsgrades?
8. Fortsetzung ggf. mit Ermittlung
der wirtschaftlichsten Alternative nach dem Nutzen-Kosten-Verhältnis (Optimalprinzip):
Falls auch Kostenunterschiede bestehen, ist eine Gesamtwürdigung vorzunehmen,
bei der Kosten- und Nutzenunterschiede der Alternativen gegenüber gestellt werden.
Geringfügige Kostennachteile bei deutlich höherem Nutzen rechtfertigen es, sich
für diese Alternative dem höheren Nutzwert zu entscheiden, vgl. die Beispiele
in der Arbeitsanleitung des BMF
[FN3].
B. Kennzeichen/Anwendungsbereich
| [1] | Vgl. dazu die Arbeitsanleitung des BMF zu den Vorl. VV zu § 7 BHO vom 31.08.1995, II A 3 - H 1005 - 23/95 |
| [2] | Der BMF bewertet die Erfüllungsgrade in seiner "Arbeitsanleitung" mit "Punkten", vgl. a.a.O., S. 8. |
| [3] | A.a.O., S. 8 f. und das Beispiel S. 18. Durch diese Zusammenfassung der Bewertungen werden "letztlich Punkte in DM bewertet", BMF ebd., S. 8. |
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| Stand: 2004-02-07 | © Copyright: Dr. Burkhardt Krems, Köln, 2010-02-10 |