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Wettbewerb
(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon
olev.de, Version 1.0)
| 2. | Weitere Informationen |
In historischer Perspektive (Oliver Volckart[FN1]):
Im Hinblick auf die Befriedigung des Bedarf und Fortschritt
Gibt es mehrere Anbieter, sind diese bestrebt, die Nachfrage an sich zu binden, indem sie entweder eine möglichst gute Leistung, eine Leistung zu einem günstiger Preis oder ein möglichst für den Nachfrager günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis anstreben. Damit wird ein ständiges Streben nach Verbesserungen ausgelöst, das letztlich zum Vorteil der Nachfrager ist. Darauf hat schon Adam Smith hingewiesen[FN2] .
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Der Sinn des Wettbewerbs liegt
nicht darin,
jemanden zu besiegen, sondern aus jedem Mitspieler das Beste herauszuholen. (Walter Wheeler) |
Funktionen des Wettbewerbs
Situation der öffentlichen Verwaltung
Wegen dieser Anreizwirkung des Wettbewerbs ist eines der Anliegen des Neuen
Steuerungsmodells, soweit wie möglich Wettbewerb zuzulassen oder zu
schaffen ("Wettbewerb soweit wie möglich"). Wo Wettbewerb nicht
möglich ist, sollen zumindest die Möglichkeiten für Quasi-Wettbewerb genutzt
werden durch Benchmarking ("Leistungsvergleich")
oder Wettbewerb um Auszeichnungen/Preise (z. B. Qualitätspreise).![]()
Für diese Wirkungen ist Transparenz und Rechenschaftspflicht der Akteure der öffentlichen Hand gegenüber der Öffentlichkeit unverzichtbar, was nicht immer erkannt wird. Benchmarking, dessen Ergebnisse nur den beteiligten Behörden bekannt ist, hat u. U. keine Anreizwirkung, weil der Druck von außen fehlt.
Transparenz und Rechenschaft erfordern wiederum klar definierte messbare Ziele (>Ziele und Kennzahlen).
Die Verpflichtung zu Transparenz und Rechenschaft ist im übrigen auch die Folge aus der von Deutschland übernommenen Verpflichtung zu Good Governance.
Die Kosten- und Leistungsrechnung als Marktersatz?![]()
Bei vielen Produkten ist Wettbewerb derzeit nicht möglich, deshalb müssen die Wirkungen des Wettbewerbs durch geeignete andere Instrumente ersetzt werden.
Adamaschek[FN3] hat darauf hingewiesen, dass der Markt eine ganzheitliche Bewertung vornimmt, d. h. alle Aspekte der Qualität der Leistung (einschließlich Qualität des Service usw.) im Verhältnis zum Preis bewertet. Die KLR, in der Form, wie sie in der Privatwirtschaft praktiziert wird, hat in der öffentlichen Verwaltung aber eine andere Wirkung, wenn die Verbindung zum Markt fehlt:
Eine Kosten- und Leistungsrechnung ist systemisch mit dem Markt verbunden. Wo diese Verbindung fehlt, muss dessen dreifache Informations- bzw. Anreizwirkung ersetzt werden: Eine Kosten- und Leistungsrechnung ist zwar nützlich, sie greift jedoch im öffentlichen Sektor zu kurz, wenn sie auf die herkömmliche Version beschränkt bleibt, wie sie im privaten Sektor angewandt wird.
Um die Kosten- und Leistungsrechnung auch im öffentlichen Sektor sinnvoll einzusetzen, ist sie dreifach zu ergänzen, und zwar um die Ganzheitlichkeit der Leistungsbeurteilung, um den Vergleich und um wirksame Optimierungsanreize.
Dafür müssten Leistungsvergleiche eingesetzt werden
(= "Benchmarking"), sonst erreicht die KLR
keine dem Markt in der Privatwirtschaft vergleichbare Wirkungen, sie läuft
leer und verkommt schlimmstenfalls zum Zahlenfriedhof.![]()
Anmerkungen
| [1] | Vorlesung „Vorindustrielle Wirtschaftsgeschichte“, 22.05.2003, an der Humboldt-Universität Berlin, Online-Quelle am 18.08.2007, sowie in weiteren Veröffentlichungen |
| [2] | Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. (Aus dem Englischen übertragen ... von Horst Claus Recktenwald.) München (dtv). 1978 (Original: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, 1776) |
| [3] | Adamaschek, Bernd: Der interkommunale Leistungsvergleich - Erfahrungen
in Deutschland. In: Meurer/Stephan (Hrsg.), Rechnungswesen und Controlling
in der öffentlichen Verwaltung, Loseblattwerk, 1999 ff. |
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| © Copyright: Prof. Dr. Burkhardt
Krems, Köln, 2007-08-18 |
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