Das ist neu / aktualisiert:
  Fehlsteuerung durch Benchmarking der Beihilfe
  OECD-Benchmarking von Public Management
Inhalt
  Benchmarking der Hartz IV-Optionskommunen
  Bundesebene ...
  ... mit negativer Wirkung
  OECD beginnt Verwaltungsreform-Benchmarking
  Führende Benchmarking-Anwender in den USA
  Adamaschek 2004
  Quellen
Zum Hauptbeitrag

Benchmarking-Beispiele
(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de, Version 1.41)


Benchmarking von Public Management in 30 Ländern (2009-05-28)

Länderberichte und Rankings: Sustainable Governance Indicators der Bertelsmann Stiftung: http://www.sgi-network.org/

Der Index vergleicht 30 OECD-Länder u. a. im Hinblick auf Management-Qualität und -Leistung. Die Ergebnisse im Überblick enthält die folgende Abbildung:

Deutschland liegt mit Platz 15 genau im Mittelfeld, mit einem Wert von 6.31 allerdings etwas oberhalb des Duchschnittswertes aller 30 Länder von 6.09.

Differenziert nach verschiedenen Kriterien ergibt sich für die Qualität des Public Managements in Deutschland das folgende Bild:

Management-Qualität Deutschland

(Online-Quelle)

Es besteht nach dieser Einschätzung ein Defizit vor allem bei der strategischen Planung und der Reform der Institutionen.

Details enthalten die Länderberichte:

DE Deutschland Überblick / Länderbericht
AT Österreich Überblick / Länderbericht
CH Schweiz Überblick / Länderbericht
UK Vereinigtes Königreich (United Kingdom) Überblick / Länderbericht
NL Niederlande Überblick / Länderbericht


Benchmarking der "Optionskommunen" bei Hartz IV (2008-02-06)

Die Bertelsmann-Stiftung begleitet die "Optionskommunen", die kommunalen Träger (Städte, Landkreise), die die Regelungen zum ALG II ("Hartz IV") eigenverantwortlich umsetzen, durch Benchmarking. Der Jahresbericht 2006 zeigt, dass dieses Benchmarking steuerungsrelevante Informationen und wesentliche Anregungen für die Optimierung liefert. Er dokumentiert auch Beispiele für innovative Verfahren einzelner Optionskommunen und ermöglicht damit "Lernen von anderen". Seitenanfang

Der Bericht ist u. a. über den folgenden externen Link erreichbar:

Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.) (2007): Jahresbericht 2006 für das SGB II-Benchmarking der Optionskommunen. Gütersloh, 56 S.; 1.562 KB

Kurzzusammenfassung (S. 9 des Jahresberichts):

  • Alle 69 Optionskommunen vergleichen sich in sieben Vergleichsringen seit 1.1.2006 anhand eines einheitlichen Kennzahlensets.
  • Die erhobenen Kennzahlen bilden die Grundlage für ein strukturiertes „Voneinanderlernen“.
  • Die Kennzahlen geben den Optionskommunen die Möglichkeit, die richtigen Fragen zu stellen; sie geben keineswegs bereits Antworten.
  • Nach anfänglichen Schwierigkeiten verbesserte sich die Datengewinnung im Laufe des Jahres 2006 so deutlich, dass inzwischen überwiegend valide Vergleichswerte vorliegen. Insbesondere konnten im Laufe des Jahres viele EDV-Probleme sukzessive gelöst werden.
  • Sowohl bezüglich der Aufbau- als auch der Ablauforganisation unterscheiden sich die Optionskommunen wesentlich. Diese Unterschiede machen den Vergleich der Arbeitsergebnisse aber gerade spannend.
  • Wie zu erwarten war, spiegeln sich die arbeitsmarktstrukturellen Rahmenbedingungen in den Kennzahlen wider. Insbesondere die ostdeutschen Optionskommunen verzeichnen deshalb strukturell andere Ergebnisse als die Mehrheit der westdeutschen Optionskommunen. Seitenanfang
  • Erste Wirkungszusammenhänge können auf aggregierter Ebene festgestellt werden. Allerdings gilt es hier noch eine gewisse Vorsicht walten zu lassen, da diese Zusammenhänge auf Grundlage der Daten von 2007 nochmals überprüft werden sollten.
  • Aufgrund der Bezugsbasis aller erwerbsfähigen Hilfebedürftigen fallen die Eingliederungsquoten, Aktivierungsquoten und Sanktionsquoten relativ niedrig aus, was aber der Vergleichbarkeit untereinander keinerlei Abbruch tut.
  • In den Optionskommunen gehen rund 24 Prozent der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen einer Beschäftigung nach, deren Entgelt jedoch nicht ausreicht, den Hilfebezug zu beenden. Dieser Trend ist mit geringen Schwankungen flächendeckend festzustellen und beschränkt sich nicht auf strukturschwache Regionen.
  • Die Optionskommunen werden sich auch 2007 einem Benchmarking unterziehen, wobei das Kennzahlenset nochmals überarbeitet wurde. Seitenanfang

 


Benchmarking auf Bundesebene in Deutschland (2010-03-16)

Auch der Bund hat in den 90er Jahren mit Benchmarking begonnen, bevorzugt im Bereich von Serviceleistungen (Querschnittsaufgaben). Stand und Ergebnisse sind in dem vom Bundesinnenministerium 2005 herausgegebenen

Fortschrittsbericht 2005 des Regierungsprogramms „Moderner Staat – Moderne Verwaltung“ im Bereich Modernes Verwaltungsmanagement

zusammengefasst.

Insgesamt führt Benchmarking im Bundesbereich ein Schattendasein und z. T. zu vermeidbaren Fehlsteuerungen:

Wirtschaftlich ist das nicht, im Gegenteil. Eine bessere Messgröße wären die Verwaltungskosten pro Beihilfeberechtigtem. Dadurch würde man Anreize zu echter Wirschaftlichkeit schaffen: sinnvolle Bündelung der Anträge, bessere Information und Beratung der Berechtigten, Online-Angebote ("Berechnen Sie Ihre Beihilfe selbst ..."), usw.

Benchmarking richtig einsetzen:
Statt "Verwaltungskosten" sollte das "Gesundheitsmanagement" der Beihilfestellen verglichen werden.

Noch besser und richtiger wäre die Messgröße "Kosten pro Beihilfeberechtigtem", also einschließlich des Hauptkostenfaktors: der Krankheitskosten selbst. Dadurch würde man Anreize schaffen z. B. für eine optimale Betreuung der Beschäftigten mit chronischen Krankheiten über systematisches "Disease Management", wie es die großen Krankenkassen seit Jahren praktizieren. Das würde es z. B. erlauben, die Kosten für Diabetes Typ II, die häufigste chronische Erkankung, deutlich zu senken, die Krankheitszeiten (und damit Ausfälle an Arbeitszeit) zu verringern und gleichzeitig die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. In der Schweiz hat man durch Disease Management bei Diabetikern die Zahl von Amputationen um 75% senken können. Das hat einen viel größeren Einfluss auf die Beihilfekosten des Dienstherrn als die noch straffere Bearbeitung der Beihilfeanträge - und ist ein Beitrag zur Lebensqualität der betroffenen Beschäftigten. Entsprechendes gilt für andere chronische Erkrankungen, die

Wir optimieren die Kosten der Beihilfebearbeitung, aber nicht die Kosten der Beihilfe, und lassen die betreuten Mitarbeiter dabei im Stich: mit systematischer Betreuung z. B. von Zuckerkranken, abgestimmt zwischen Arzt, Krankenkasse und Patient in einem Gesamtkonzept, "Disease Management", ist es in der Schweiz gelungen, die Zahl von Amputation als Folge der Zuckerkrankheit um 75% zu senken. Das hat einen viel größeren Einfluss auf die Beihilfekosten des Dienstherrn als die noch straffere Bearbeitung der Beihilfeanträge - und ist ein Beitrag zur Lebensqualität der betroffenen Mitarbeitenden. Zur Kostenseite: 60 Prozent der Gesundheitsausgaben entstehen durch die Behandlung chronischer Krankheiten! Seitenanfang

Das könnte einen Anstoß geben die Beihilfe umzustellen auf Gesundheitsmanagement: nicht die Verwaltung von Krankheitskosten ist die Aufgabe, sondern die Vermeidung von Krankheit durch Vorbeugung und die Wiederherstellung der Gesundheit, unter Einschluss eines integrierten Fallmanagements (hier als Disease Management).


OECD entwickelt Verwaltungsreform-Benchmarking (2009-09-25)
Zur OECD-Website

Das Direktorat zu Public Governance and Territorial Development der OECD (PGC) ist Plattform für den Erfahrungsaustausch zur Verwaltungsmodernisierung in den 36 OECD-Mitgliedsstaaten. Es evaluiert laufend Modernisierungsprogramme sowie die Leistungen von Politik und Verwaltung in ausgewählten Politikfeldern oder Problembereichen. Auf die Veröffentlichung einer Übersicht ist bereits im Beitrag zum Neuen Steuerungsmodell hingewiesen worden: International nur Mittelmaß: Verwaltungsmodernisierung in Deutschland.

Ein neues Projekt soll ein differenzierteres Bild der Leistungsfähigkeit der Verwaltungen der 36 Mitgliedsstaaten und des Standes der Verwaltungsmodernisierung ermöglichen. Dazu gibt es verschiedene Arbeitspapiere, unter anderem: Public Governance Committee: "Towards Better Measurement of Government", 16.10.2006, das die Datengrundlagen beschreibt.

Das Vorhaben selbst wird unter der Überschrift "Management in Government: Moving towards 'Government at a Glance'" erläutert. Es ist über eine eigene permanente Web-Adresse zugänglich: http://www.oecd.org/gov/indicators.

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Führende Benchmarking-Anwender in den USA:
öffentliche Verwaltungen belegen 3 von 10 Plätzen
(2007-01-13)

BenchNet - The Benchmarking Exchange dokumentiert die Verwendung von Benchmarking in der USA. Auf den Plätzen 3, 4 und 9 sind Verwaltungen der öffentlichen Hand verzeichnet, vgl. den folgenden Auszug aus der Website:

TOP-10 Benchmarking Organizations

The following is a ranking of organizations that are heavily engaged in benchmarking. These member organizations have implemented internal benchmarking methodologies and practices to support their entire organizations' efforts to improve their products and services for both internal and external Customers.

These organizations are excellent role models for you to learn how to deploy benchmarking throughout your workgroup, department, division or entire organization. They are leaders! ...

Organization Ranking
Xerox
1
TRW Automotive
2
U.S. Army
3
U.S. Department of Veterans Affairs
4
Saudi Aramco
5
CSC
6
DynMcDermott
7
The North Highland Company
8
Social Security Administration
9
Corning
10

(übernommen von BenchNet - The Benchmarking Exchange, 2007-01-13) Seitenanfang

 


Auszüge aus
Bernd Adamaschek: Wettbewerb in strategischen Politikfeldern als Quelle für Leistung und Innovation
.
Rede auf der 4. Tagung der Behördenleitungen des Bundes, 14.09.2004.

Die Rede enthält auch

Die Bertelsmann-Stiftung hat in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Impulse" die Wirtschaftsförderung der 25 größten Städte der Bundesrepublik untersucht. Das Ergebnis war: Bielefeld lag vorn - Bochum hinten. Was glauben Sie, was das für Bewegung gebracht hat? Ich musste viele Gespräche mit den zuständigen Dezernenten und Oberbürgermeistern der Städte, die auf den letzten Plätzen gelandet waren, führen, um sie auf die Veröffentlichung vorzubereiten, damit erstens keine Scherben entstanden, zweitens aber auch der Wettbewerbsansatz richtig verstanden wurde. Der Oberbürgermeister von Dortmund, der mit seiner Stadt auf dem drittletzten Platz gelandet war, hat wunderbar reagiert und gesagt: "Ich nehme das als kostenlose Unternehmensberatung." ...

Die Stadt A. z. B. hatte 7,1 % Abgänger, die keinen Abschluss hatten. In der Stadt B verließen nur 3,7 % Schulabgänger das Schulsystem ohne Abschluss. Das sind fast 50 % weniger, oder umgekehrt: in A hatten doppelt so viel Schüler keinen Abschluss wie in B. Dies ist ein gravierender Unterschied und hat vor allem später bedeutende soziale Konsequenzen, z. B. wenn Sie an Arbeitslosigkeit denken usw. Also ein außerordentlich wichtiges strategisches Datum! Die beiden Städte sind benachbarte Städte mit ähnlicher Struktur: Bergarbeiter und sehr viele Ausländer usw. Man fragt sich, woran diese Differenz der Daten liegt. Die beiden Städte kannten die abweichenden Ergebnisse nicht. Sie haben nebeneinander gearbeitet, die eine mit 7,1 % war genauso stolz auf ihre Leistung im Schulsektor, wie die andere und glaubte, sie würde eine exzellente Schulpolitik betreiben. Die Erklärung für den größeren Erfolg der anderen Stadt war, dass diese schon viel früher erkannt hat, dass die Sprachkompetenz eine bedeutende Herausforderung der Schulpolitik ist. Sie hatte daher ein eigenes kommunales Programm zur Förderung der Sprachkompetenz in der Schule aufgelegt. Das Ergebnis war die bessere Quote bei den Schulabschlüssen.

(externe) Online-Quelle am 21.01.2009 / Online-Archiv Seitenanfang

 


Quellen - weitere Beispiele
Benchmarking-Beispiele - Online-Verwaltungslexikon

Die Sozialgerichtsbarkeit NRW: Organisationsentwicklung – einschließlich Benchmarking – Stand: Februar 2005

Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.): Jahresbericht 2006 für das SGB II-Benchmarking der Optionskommunen. Gütersloh 2007, 56 S.; 1.562 kB

Finanzämter in Deutschland

Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.): Leistungsvergleich zwischen Finanzämtern. Philosophie - Methodik - Organisation - Ergebnisse. 2. Auflage 2001, 250 Seiten, ISBN 978-3-89204-472-7, Online-Quelle 

Website zum Leistungsvergleich der Finanzämter: http://www.leistungsvergleich.de

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© Copyright: Prof. Dr. Burkhardt Krems,
Köln, 2010-06-28
http://www.olev.de/b/benchm-beisp.htm