Good Practice ("gute Praxis")

(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de, Version 1.32r)

1 Definition

  1. Praktisch erfolgreiche Lösungen oder Verfahrensweisen, auch auf längere Sicht und in einer Gesamtschau aller Belange (nachhaltig). Sie beachten ggf. vorhandene anerkannte Standards. Good-Practice-Lösungen müssen nicht best practice sein, zumal oft schwierig sein kann, die - einzig - beste Lösung zu ermitteln bzw. sie als Vorlage für andere zu verwenden.  
  2. Das Vorgehen, solche Lösungen zu ermitteln und für Verbesserungen zu nutzen.

2 Weitere Informationen

Zu 1:
Erfolgreiche und anerkannte Lösungen lassen sich leichter finden als "beste", sie erfordern nicht die Präzisierung der (Mess-) Kriterien und einen abgesicherten - und damit aufwändigen - Vergleich mit einer Rangfolge. Die Verwendung von "good practice" entspricht deshalb der 80-20-Regel. Seitenanfang

Es können verschiedene Lösungen als "good practice" verwendet werden, die Vergleichsmöglichkeiten sind damit von vornherein breiter und offener. Auch das kann den praktischen Nutzen vergrößern.

Allerdings sollten nur solche Lösungen als "good practice" bezeichnet werden, die anerkannte Standards beachten oder übertreffen, z. B. Standards der Ergonomie, der bürgerfreundlichen Gestaltung und Sprache, Lösungen, die moderne Management-Konzepte mit nachweisbarem Erfolg einsetzen bzw. damit kompatibel sind, in der öffentlichen Verwaltung orientiert am Neuen Steuerungsmodell, eingebettet in Qualitätsmanagement oder kompatibel damit, zumindest im Hinblick auf Kundenorientierung und beherrschte Prozesse, usw. Die Bewertung als vorbildlich setzt voraus, dass die Lösung sich über einen ausreichenden Zeitraum als erfolgreich erwiesen hat und absehbar weiter erfolgreich sein wird, und dass sie nicht mit relevanten "Risiken und Nebenwirkungen" behaftet ist: sie muss also nachhaltig vorbildlich sein.

Zu 2:  Seitenanfang
Das Vorgehen entspricht dem von best practice, allerdings vereinfacht:

Die Bewertung als "good practice" setzt voraus, dass analysiert worden ist, worin sich die erfolgreichen von den weniger erfolgreichen Gestaltungen unterscheiden, und welche Ursache-Wirkungs-Beziehungen bestehen. Negativ-Beispiel: die Diskussion nach der Bildungsstudie PISA, in der das gute Abschneiden von Finnland als Folge des dortigen Schulsystems oder bestimmter schulorganisatorischer Gestaltungen gesehen wurde, obwohl andere Länder mit gleicher Schulorganisation schlechte Bildungsergebnisse erreichten, die Schulorganisation also nicht die entscheidende Ursache sein kann[FN1].

Es bestehen die gleichen Gefahren bei der Übernahme von Verfahrensweisen wie bei "best practice", siehe die Hinweise zu best practice-Kriterien.

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3 Good-Practice-Beispiele (Sammlung im Aufbau)

3.1 Case Management / Fallmanagement

3.2 Leitbilder

3.3 New Public Management / Neues Steuerungsmodell

3.4 Hochschulen

3.5 Präsentationen mit PowerPoint:

 


Anmerkungen

Zurück zum Text Das wird gut herausgearbeitet in dem Beitrag von Ludger Wößmann: Familiärer Hintergrund, Schulsystem und Schülerleistungen im internationalen Vergleich. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 21-22/2003, S. 33-38, http://www.bpb.de/files/J5B0W9.pdf (2003-10-12).